Inhalt: Irgendetwas geschieht in seiner Schule. Einige seiner Mitschüler benehmen sich seltsam. Und was hat es mit den CDs auf sich, die im Umlauf sind? Nick ist misstrauisch, bis er selbst eine CD bekommt mit einem Spiel: Erebos. Nick ist fasziniert. Erebos ist kein normales Computerspiel, denn dem Spieler werden Aufgaben in der realen Welt gestellt. Doch wer sie nicht erledigt, fliegt aus dem Spiel.

Meine Meinung: Das mit 34 Kapiteln bestückte Buch gibt dem Leser das Gefühl, in zwei Geschichten zu stecken. Zum einen verfolgt man den Jungen Nick in seinem realen Leben in London, zum anderen interagiert man als sein Charakter Sarius in der Welt von Erebos.
Als Nick erlebt man anfangs, wie er misstrauisch die Vorgänge in seiner Schule beobachtet, unter anderem auch das seltsame Verhalten seines Freundes Collin. Keiner will über die CDs reden, bis er selbst eine bekommt und Erebos startet. Es stellt sich als Rollenspiel heraus, das eigene Regeln hat: man darf Erebos nur einmal spielen, mandarf nicht über Erebos reden. Nick wird schnell in das Spiel hineingezogen, spielt gleich am ersten Abend bis in die Nacht. Obwohl er sich manchmal noch wundert, wie das Spiel auf ihn reagiert, hegt er Misstrauen mehr und verlagert fast seine gesamte Zeit in die Welt von Erebos.

Die Geschehnisse im Spiel finden fast gänzlich aus der Sicht von Sarius statt. Am Anfang liest man noch, wie Nick bestimmte Befehle mittels seiner Tastatur gibt, schon bald agiert Sarius scheinbar allein. Man denkt und lebt dann als der Spielcharakter. Die Welt in dem Spiel wird sehr detailliert beschrieben, scheint ähnlich den Welten in anderen Rollenspielen ähnlich zu sein. Es kommt dort immer wieder zu Kämpfen, über die man durch einen sogenannten Boten informiert wird. Von ihm erhält man auch die Aufgaben, die man im realen Leben erledigen muss, die sowohl Nick als auch dem Leser die meiste Zeit sinnlos erscheinen.
Erebos ist ein faszinierendes Spiel, bei dem der Spieler kaum merkt, wie unheimlich es eigentlich ist. Als Leser erkennt man allerdings ziemlich schnell, dass es ein höheres Ziel hat. Es scheint, als könnte das Spiel selbstständig denken, denn es merkt, dass es „Feinde“ in der realen Welt hat.

Leider verrät der Klappentext schon eine Menge, auf das ich als Leser mehr als die Hälfte des Buches warten musste. Ich war Nick in diesem Fall schon vorraus, darum hat sich der Anfang etwas gezogen. Die Aufmachung von Erebos hätte mich allerdings auch fasziniert und ich hätte das Spiel wahrscheinlich auch versucht, nur als Leser des Klappentextes konnte ich allerdings nicht richtig den Zugang dazu finden und hatte, im Gegensatz zu Nick, die ganze Zeit eine ablehnende Haltung Erebos gegenüber. Deshalb konnte ich auch nicht mit dem Protagonisten warm werden.
Schade fande ich auch, dass die Gefahren des Internets und von Computerspielen viel zu beiläufig behandelt wurden. Es kommen kaum Erwachsene vor, die mit den spielenden Schülern versuchen, zu reden. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass Nicks Eltern eingreifen, wenn er bis tief in die Nacht am spielen ist.

Pluspunkte gibt es für die Gestaltung von Erebos, beziehungsweise die Beschreibung, sowie die generelle Idee, die hinter dem Buch steckt. Zwar sind am Ende noch nicht alle Fragen geklärt, vielleicht muss man dazu „Erebos“ noch einmal lesen, aber trotzdem endete die Geschichte recht glaubhaft, wenn auch das gesamte Spiel und damit auch die Geschichte nicht realistisch ist.

Fazit: Die Autorin verpackt hier eine interessante Idee in einer soliden Geschichte, die dank zu vieler Informationen des Klappentext etwas ruiniert wird. Besonders empfehlen würde ich das Buch Jugendlichen, die selbst Rollenspiele spielen.

Originaltitel: Erebos
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Weitere Ausgabe: Taschenbuch

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