Inhalt: Als ein Meteor auf dem Mond einschlägt, passiert das Unfassbare. Getroffen gerät er aus seiner Flugbahn. Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche auf der Erde sind die Folge.
Miranda, ihre Brüder Matt und Jonny und ihre Mutter müssen nun jeden Tag ums Überleben kämpfen, gegen Hunger, Krankheit und Kälte.

Meine Meinung: In 21 Kapiteln, geteilt in vier Jahreszeiten, führt die junge Protagonistin Miranda Tagebuch ab dem 7. Mai. Die ersten Tage zeigen noch ihr normales Leben. Wobei das Buch beginnt, als das Mädchen erfährt, dass die neue Freundin ihres Vaters schwanger ist. Ansonsten dreht sich in Schule und Medien fast alles um die bevorstehende Kollision des Mondes, schon nach wenigen Tagen ändert sich allerdings ihre gesamte Umgebung.

Nach der Kollision, bei der der Mond der Erde sichtbar näher kommt, sieht man verschiedene Reaktionen. Einige menschen feiern, andere geraten in Panik. Letzteres scheint angemessener. Selbst die Medien haben keine Informationen, was passiert ist, was noch passieren wird. Schon am nächsten Tag gibt es Probleme mit dem Strom. Nachrichten kommen nur noch vereinzelt, die Telefonnetze sind überlastet. Trotzdem erfährt der Leser von Tsunamis, die die Küste der USA heimgesucht haben. Unter anderem scheint New York größtenteils zerstört und unter Wassermassen begraben.

Protagonistin Miranda ist zu diesem Zeitpunkt eine Jugendliche, die in ihrer Freizeit gerne schwimmen geht und sich für Skateboarding interessiert. Ihre beiden besten Freundinnen haben ihre eigenen Angewohnheiten, seit die Vierte im Bunde, Becky, nach einer Krankheit starb. In dem Verhalten der Protagonistin macht sich das anfangs nicht bemerkbar, doch mit dem Verlauf der Geschichte hat Miranda öfter merkürdige Träume mit ihrer Freundin im Himmel.
Ansonsten ist sie eine sympatische Figur. Durch die Form eines Tagebuches wirkt sie sehr offen. Sie streitet sich zum Beispiel ab und an mit ihrer Mutter, im Tagebuch zeigt sie meistens sofort Reue. Besonders mit dem Verlauf der Geschichte kommt es immer wieder zu diesen Streitigkeiten, meistens zwischen Tochter und Mutter.
Diese Beziehung, aber auch zu den beiden Brüdern Jonny und Matt wird mit der Zeit komplizierter. Zusammen müssen sie ums Überleben kämpfen und haben dabei verschiedene Dinge zu bewältigen. Da ist zum Beispiel der Einkauf kurz nach der Katastrophe. Innerhalb kürzester Zeit muss die Familie für sich und die Nachbarin haltbare Lebensmittel einkaufen, die solange wie möglichen gelagert werden sollen. Die Situation im Supermarkt grenzt schon an eine Panik. Aber auch sonst erfährt man durch Miranda weitere Umstände. So steigt der Benzinpreis ins Unbezahlbare, Schule kann kaum noch stattfinden, viele Menschen, auch ihr Vater und seine neue Freundin, versuchen, in den Süden zu fliehen.

Schon bald hat man das Gefühl, die Protagonistin und ihre Familie lebt in Abgeschiedenheit. Sie bekommen kaum Besuch, Strom gibt es kaum noch, die meisten Menschen sind verschwunden oder tot. Und die Katastrophen hören nicht auf. Die Verzweiflung und Auswegslosigkeit nehmen immer mehr zu. Miranda muss mit der Zeit über sich hinauswachsen. Ohne Freunde und Freizeit durchlebt sie eine rasante Entwicklung. Sie ist am Ende sogar bereit, sich für ihre Familie zu opfern, als es keine Hoffnung mehr zu geben scheint.

Fazit: Ein aufwühlendes Buch, dass vielleicht nicht immer logisch erscheint, aber dank einer starken Protagonistin punktet. Es zeigt weniger die Katastrophen, als das Überleben, das dahinter steckt. Sehr empfehlenswert und auch auf Englisch leicht verständlich.

Originaltitel: Life as we knew it
Reihe: Moon Crash Trilogie/ Last Survivors
Autorin: Susan Beth Pfeffer
Verlag: Houghton Mifflin Harcourt
Dt. Ausgabe: Die Welt, wie wir sie kannten

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