Es war das Geräusch des Regens, das mich an diesem Morgen aus den Träumen riss. Die Stille des frühen Tages hätte mich sonst noch eine Ewigkeit festgehalten. Ich schob meine Füße über die Kante des Bettes und wurde von der eisigen Kälte meines Zimmers umgeben. Ich wusste, dass er zurück war. Nur er schaffte es, dass ich ihn verfluchte und liebte zugleich.

Während sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnten, schlüpfte ich zitternd in den Bademantel, der neben meinem Bett lag und schlich leise zum Fenster. Die Vorhänge flatterten. Ich hatte gestern das Fenster nicht ganz geschlossen. Vorsichtig zog ich sie auf und lauschte der Musik der Tropfen, die an die Scheibe schlugen. Ich begann, den Takt mit zu summen:

Dum du du du dum, dum du du du dum

Ich lehnte mich an die kalte Fensterbank und schloss die Augen. Der Regen beruhigte mich. Ich schlief nicht. Aber wach war ich auch nicht.

Plötzlich streifte ein einsamer Lichtstrahl mein Gesicht. Ich hob meine Lider und blickte in den gelb roten Himmel. Die Sonne reckte sich und tauchte das ganze Land in goldene Farben. Aber es war nicht nur das Licht. Nein, er war zurück, jetzt konnte ich es auch sehen. Er hatte seinen Pinsel bereits über die ersten Bäume geschwungen und ihre Blätter sahen jetzt aus, wie der Regenbogen, der die Wolken am Himmel durchbrach.

Ich lächelte. Ein ganzes Jahr war vergangen und ich hatte diesen wundervollen Anblick fast vergessen. Aber er war wiedergekommen. Frost und Nässe ließ er über das Land ziehen und mich schaudernd nach dem Bett sehnen. Doch nun schickte er mir Farbe und Musik. Seine Geschenke an mich. Er war zurück, mein geliebter Herbst.

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