Orginaltitel: Boot Camp
Autor: Moton Rhue (Todd Strasser)
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473582556
Seiten: 288
Datum: Februar 2006

Inhalt: Als seine Eltern herausfinden, dass er eine Affäre mit seiner Lehrerin hat, wird Connor in ein Umerziehungscamp, auch Boot Camp genannt, gebracht. Dort erwartet ihn die Hölle: Schläge, harte Strafen, alltägliche Brutalität und einen Ausweg gibt es nicht.

Meine Meinung: Protagonist Connor ist ein hochintelligenter Teenanger und kann mit seinen reichen Eltern nichts anfangen. Die Schule besucht er nur selten und hat auch noch eine Beziehung zu seiner Lehrerin Sabrina. Seine Eltern verlieren die Geduld: Connor wird nach Lake Harmony gebracht. Der Name ist ein Witz, denn es geht alles andere als harmonisch in dem Camp zu.
Raus kommt man nur, wenn man das tut, was von einem verlangt wird und die Erzieher lassen sich nicht so leicht hinter Licht führen. Sarah zum Beispiel sitzt bereits seit Jahren dort, versucht aber erst gar nicht, sich den dortigen Regeln zu beugen. Aber auch Connor hat Probleme. Anfangs hofft er, dass seine Eltern ihn bereits nach wenigen Wochen zurückholen. Schließlich hatte er nur eine Affäre und hat im Gegensatz zum Großteil der anderen weder mit Drogen gedealt, jemanden verprügelt oder etwas gestohlen. Insofern ist die Reaktion seiner Eltern tatsächlich sehr hart.

Wegen seinem Unverständnis gegenüber der Strafe und seine fehlende Bereitschaft, Sabrina loszulassen, wird er schnell das Opfer des Erziehers Joe, der ihn demütigt und quält, und Typen wie Adam, die zwar auch in dem Boot Camp festgehalten werden, sich aber durch das Erledigen von schmutziger Arbeit, wie das Verprügeln von Aufsässigen, eine schnellere Entlassung erhoffen, aber auch Spaß and der Gewalt haben. Schnell macht Connor auch Bekanntschaft mit der IS – Isolierstation – wo er stundenlang regungslos auf dem Boden liegen muss. Demütigung und Quälerei gehören fortan zum Alltag. Connor fungiert als Ich-Erzähler, der Leser wird so schnell in die Spirale der Gewalt hereingezogen

Die Überschriften zu den Kapiteln sind sehr auf den Inhalt abgestimmt. Die bestehen immer aus einem prägnanten Satz des Regelbuches des Camps und sind manchmal schockierend und unpassend in der Verbindung mit „Erziehung“. Aber auch Connor entdeckt recht schnell, dass es hier nicht um „Umerziehung“ geht, sondern darum, den Willen der Jugendlichen zu brechen.
Trotzdem richtet sich das Buch immer noch an Jugendliche, auch wenn es zeitweise sehr brutal wird.

Im Nachwort greift der Autor dann das Thema noch einmal sachlicher auf und schildert, dass diese „Erziehungsmaßnahme“ in den USA äußerst beliebt ist. Der Leser erfährt, dass die Geschichte und die geschilderten Methoden gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt liegen.  Tatsächlich werden die Kinder in den Boot Camps praktisch völlig von der Außenwelt abgeschnitten, rechtlich kann dagegen nicht vorgegangen werden.

Fazit: Die Thematik ist erschreckend und Jugendlichen zu empfehlen. Aber auch Erwachsene sollten dieses Buch lesen, um zu sehen, was sie ihren Kindern mit einer solchen Maßnahme antun.

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