Inhalt: Als seine Freundin Sandra ihn zu einer Mittelaltern-Convention einlädt, willigt Bastian nur zögernd ein. Fünf Tage wie im Mittelalter leben ohne Kontakt zur Außenwelt, eine Herausforderung für den Medizinstudenten.
Der Spielort selbst birgt auch noch ein Geheimnis. Ein Fluch soll auf dem Waldstück liegen, dass die Truppe aufsucht. Schon kurz darauf gibt es seltsame Vorkomnisse und einer von ihnen von ihnen verschwindet. Was als ein harmloses Rollenspiel begann wird schon bald zu einer aussichtlosen Tortur.

Meine Meinung: Bastian ist Medizinstudent, sein Vater ein bekannter Arzt. Ein wenig skeptisch folgt er seiner Freundin Sandra auf eine Mittelalterconvention. Es fällt ihm schwer, einen anderen Namen anzunehmen und von allen technischen Dingen Abstand zu halten. Doch alles ist besser als der Druck des Vaters.
Allerdings scheint auch die Convetion nicht unter dem besten Stern zu stehen: Doro, die an Geister glaubt und mit seltsamen Ritualen auf sich aufmerksam macht, erzählt von einem Fluch, der auf dem Schauplatz liegen soll. Anfangs schieben das alle noch mit einem Lächeln beiseite, aber dann geschehen seltsame Dinge. Nicht nur, dass jemand aus der Gruppe verschwindet, Sandra wendet sich immer mehr von Bastian ab, Doros Fanatismus erreicht bald auch die anderen und ein Gewitter beruhigt die Stimmung auch nicht gerade.

Stattdessen bringt es den Leser auf einen unheimlichen und spannenden Trip. Ob Nacht oder Tag, irgendwie scheint etwas in der Luft zu liegen, was immer mysteriöser wird und den Leser in seinen Bann zieht. Allein das Cover spiegelt schon die Stimmung der Geschichte wieder. Es passiert so viel, dass alles erst am Ende einen Sinn gibt, besonders die Gesprächsfetzen, die ab und an abgedruckt wurden und erst nicht ganz ins Bild passen.

Man ahnt, dass irgendetwas Rationales hinter all dem stecken muss. Oder ist es doch der Fluch? Der Leser fährt zweigleisig, weil er nie weiß, ob es tatsächlich noch eine Erklärung für all das geben kann. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto deutlicher werden auch die Entwicklungen. Nicht nur, dass Bastian in Sachen Liebe eine andere Richtung einschlägt, man erfährt auch Geheimnisse, die vielleicht alles erklären könnten oder auch nicht. Der Protagonist selbst wird immer mutiger und ist entschlossen, alles aufzudecken, bekommt Unterstützung, aber spürt auch den Gegenwind. Alles steigert sich hinterher in einer Situation, in der jeder Teilnehmer an seine Grenze geht, zumindest die seiner Psyche und seines Verstandes.

Man kommt allerdings nicht drumherum, eine Verbindung zu dem Debutroman der Autorin zu ziehen. Die Charaktere und besonders die Hauptfigur aus Erebos lassen sich in Saeculum wiederfinden, obwohl im Letzteren die Personen eher Studenten darstellen sollen. Die ist ein kleiner Kritikpuntkt. Auch die ganze Auflösung erinnert von der Idee her an Erebos.
Weitere Schwachstellen sehe ich in den vielen handelnden Personen. Im Prinzip sind es nicht viele, aber man wird ohne genaue Vorstellungen jedes Einzelnen von den Teilnehmern der Convention erschlagen und weiß nie recht, wer gerade gemeint ist.

Fazit: Die Parallele zu Erebos war für mich unübersehbar, trotzdem hat mir das zweite Buch der Autorin besser gefallen. Besonders durch den Handlungsplatz war es packender und auch unheimlicher. Insgesamt kann ich das Buch durchaus empfehlen. Wer Erebos allerdings nicht mochte, der sollte hier die Finger von lassen.

Originaltitel: Saeculum
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Andere Bücher der Autorin: Erebos

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