Inhalt: Susie ist 15, als sie von einem Nachbarn vergewaltigt und ermordet wird. Von da an beobachtet sie von ihrem Himmel aus, einer Zwischenwelt, wie die Familie mit dem Verlust umgehen muss, und die Suche nach dem Täter aussichtslos scheint.
Nach und nach verändert der Tod eines Mädchens das Leben vieler Menschen, nicht nur das der Familie.

Meine Meinung: Susie Salmon erzählt die Geschichte von ihrem Tod, wobei gleich zu Beginn direkt von der Vergewaltigung und der Ermordung berichtet wird. Danach findet sich das Mädchen in einer Welt wieder, die sehr nah am Leben liegt und die sich mit Susies Fantasie verändert. Gleichzeitig lebt sie in einer Weise dort und beobachtet dabei die Menschen auf der Erde, die mit ihrem Tod umgehen müssen.

Susies Familie wird natütlich besonders schwer getroffen. Ihre Mutter erträgt den Schmerz nur, indem sie sich immer weiter von ihrer Familie entfernt, der Vater hat mit seiner Aufgabe als starkes Oberhaupt kämpfen, während es seine Tochter vermisst. Susies jüngere Schwester geht etwas offener damit um, der kleine Bruder Buckley versteht nicht genau, was los ist.
‚Doch auch andere Personen werden mit einbezogen und beobachtet. Zum Beispiel ist da die schweigsame und künstlerisch begabte Ruth, eine Mitschülerin von Susie, die sich nach ihrem Tod dem Mädchen verbunden fühlt. Ray, der Susie geküsst hat. Der ermittelnde Polizist, der auf seine eigene Art unter dem Tod leiden muss.

Jeder von ihnen wird von Susie begleitet, wobei sie auch immer versucht, das Verhalten zu deuten, das die Personen an den Tag legen. So erfährt der Leser nicht nur etwas über das Leben nach Susies Tod, sondern auch über ihre Kindheit und die der anderem Menschen.
Nicht nur die Lebenden machen nach und nach eine Veränderung durch, die nicht immer positiv zu sehen ist. Auch Susie selbst lernt, loszulassen und sich an ihre Existenz im „Himmel“ zu gewöhnen. Manche Situationen bringen ihre Sehnsucht zwar immer noch zum Vorschein, aber ansonsten konzentriert sich die Geschichte mehr auf die Gefühlslage der Lebenden.

Ein Großteil der Geschichte spielt nur in dem Jahr direkt nach Susies Tod. Hier wird mehr auf die Schocksituation der bedeutenden Personen Wert gelegt und ihr darauf folgendes, teils irrationales Verhalten. Danach scheint das Leben langsam weiterzugehen, Susie wird manchmal thematisiert, aber man blickt auch in die Zukunft. Mit der Zeit springt das Buch immer schneller, vom ursprünglichen Thema wird immer mehr abgewichen.
Das ist leider ein kleiner Kritikpunkt, denn nach und nach verflacht die Geschichte dadurch, wahrscheinlich, weil man sich doch lieber mit Susie auseinandersetzen wollen würden. Insgesamt macht die erste hälfte den Großteil aber wieder wett.

Fazit: Ein trauriges und schockierendes Buch hat die Autorin mit „In meinem Himmel“ verfasst, das trotz gutem Anfang am Ende etwas enttäuscht, trotzdem einen Blick wert ist.

Originaltitel: The lovely bones
Autorin: Alice Sebold
Verlag: Goldmann
Film: The lovely bones (2009/Peter Jackson)

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