Originaltitel: A Tale Dark and Grimm
Autor:
Adam Gidwitz
Verlag:
ArsEdition
ISBN: 978-3760783666
Seiten: 256
Datum: Juni 2011
Extra:
Leseprobe, Trailer

Inhalt: Das Märchen von Hänsel und Gretel kennen wir doch alle, oder? Nun, vielleicht nicht ganz, denn wir kennen nur die harmlose Geschichte von zwei Geschwistern, die im Wald ausgesetzt werden. In Wirklichkeit aber, ist dieses Märchen blutrünstig und voller Gewalt, in dem Drachen, Teufel und Kannibalen eine Rolle spielen…

Meine Meinung: Ich muss sagen, ich war etwas enttäuscht von dem Buch. Dabei gefiel mir die eigentliche Geschichte ganz gut: Hänsel und Gretel sind die Kinder eines Königs, der seine bildschöne Frau vor vielen Jahren entführt hatte, um sie heiraten zu können. Sie lieben sich, aber für ihre Liebe wurde ein anderer Mensch kurz nach ihrer Hochzeit zu Stein. Voller Schuldgefühle opfert der König seine Kinder, trennt ihnen die Köpfe ab, um den Versteinerten wieder zum Leben zu bringen.
An dieser Stelle zeigt sich zum ersten Mal, dass es sich immer noch um ein Märchen handeln soll. Ohne ein zwischenzeitliches Happy End an dieser Stelle, wäre das Buch schließlich bereits beendet. Aber Hänsel und Gretel bekommen ihre Köpfe wieder, sind nur sehr enttäuscht von ihren Eltern und beschließen, aus dem Schloss zu flüchten. Es beginnt eine Odyssee durch das Märchenland, das nicht ganz so märchenhaft ist.

Das Buch ist tatsächlich an einigen Stellen etwas brutal, wenn es um das Abschneiden eines Fingers, eine Häutung oder einen mit Leichen gepflasterten Wald geht. Aber keine Sorge, es ist nicht so schlimm, dass man deshalb das Buch nicht in die Hand nehmen will. Die Schilderung solcher Ereignisse bleibt tatsächlich recht harmlos.

Sprachlich passt sich der Autor sehr gut an die märchenhafte Erzählweise früherer Erzähler an, sodass beim lesen der Eindruck entsteht, es handle sich um ein Märchen. Auch die Ereignisse entsprechen dem recht gut, abgesehen von der Gewalt.
Interessant ist, dass der Autor viele Märchen der Gebrüder Grimm als Vorlage benutzt und sie verändert hat. Die Kapitel tragen immer eine Überschrift, die entfernt an das ursprüngliche Märchen erinnert.

Einziger uns recht großer Kritikpunkt ist meiner Meinung nach der Erzähler, der den Leser zu Beginn recht gut in das Buch hineinführt, mir mit der Zeit allerdings auf die Nerven ging. Anscheinend hilt es der Autor für nötig, alle fünf Seiten einmal das Wort „Ende“ hinzuschreiben, um auf der nächsten Seite klarzustellen, dass das Buch noch nicht zu Ende ist, was vollkommen überraschend ist, wenn man erst zwanzig Seiten gelesen hat. Auch weitere Zwischenkommentare, die den Leser bitten, kleinere Kinder aus dem Raum zu entfernen, weil die Geschichte an der STekke etwas blutrünstiger und gewalttätiger wird, behindern den Lesefluss enorm.

Fazit: Idee und Umsetzung des Buches sind sprachlich, inhaltlich und auch von der Gestaltung her wirklich gut. Aber der Erzähler hat mir jeglichen Spaß an diesem Buch verdorben und war zudem auch noch überflüssig. Dennoch kann ich das Buch weiterempfehlen für Märchenliebhaber und Fans von den Gebrüdern Grimm.

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