Originaltitel: Gone
Dt. Titel: Gone 01 – Verloren
Reihe: Gone
Autor:
Michael Grant
Verlag:
Egmont
ISBN: 978-1-4052-4235-6
Seiten: 569
Datum: September 2009
Extras:
Dt. Trailer

Inhalt: Von einem Augenblick zum nächsten sind sie auf einmal verschwunden – alle Menschen über 15 Jahren. Auf einmal ist in Sams Heimatstadt nichts mehr so, wie es war. Neben dem Chaos, das um ihn herum herrscht, geht aber noch mehr Seltsames vor sich. Sam spürt eine Veränderung in sich und auch andere Kinder entwickeln merkwürdige Fähigkeiten.

Meinung: Der Protagonist Sam lebt allein mit seiner Mutter in Perdido Beach als alle Menschen über 15 Jahren verschwinden. Er selbst ist 14 Jahre alt und die Stunden bis zu seinem Geburtstag, nicht einmal mehr 300, geben den Countdown für die Geschichte. Bereits kurz nach dieser Katastrophe beginnen die Kinder, das Leben in der FAYZ (Fallout Alley Youth Zone) zu organisieren – zumindest ein wenig. Doch der Einzug der Kinder von der Coates Academy, die sofort die Kontrolle in der Stadt übernehmen, trifft bei Sam auf Ablehnung. Er tut sich mit der intelligenten Astrid, die auf ihren kleinen Bruder Little Pete aufpassen muss, seinem besten Freund Quinn und Edilio zusammen, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Dabei bemerken sie, dass ein großes Gebiet um Perdido Beach von einer riesigen Mauer eingeschlossen ist. Außerdem konfrontiert Sam seine Freunde damit, dass er merkwürdige Fähigkeiten zu haben scheint, denn er kann mit seinen Händen so etwas wie Laserstrahlen erzeugen.

Auch andere Kinder entwickeln Fähigkeiten, so auch Lana, die nach dem Verschwinden alleine mit ihrem Hund in der Wüste festsitzt und erstmal nichts mit den Ereignissen zu tun hat. Immer wieder wird die Perspektiven gewechselt zwischen ihr, Sam, seinen Freunden und den Kindern der Academy, was zu einem breiten Wissensspektrum beim Leser führt, ihm aber damit auch etwas Spannung nimmt.

Thematisch dreht sich das Buch natürlich auch um Dinge wie Freundschaft, die hier manchmal an ihre Grenzen stößt; um Liebe, auch wenn ich sie für 14jährige noch nicht für geeignet halte; und das Erwachsenwerden, das hier sehr schnell geschieht. So brauchen besonders die Kleinsten eine 24-Stunden-Betreuung, die übernommen werden muss. Posten wie Arzt und Feuerwehrmann gilt es zu besetzen. Aber natürlich kann es in dieser anarchischen Gesellschaft nicht friedlich zugehen und besonders durch die Fähigkeiten gelangen die Kinder sehr schnell zu der Meinung, Gewalt einsetzen zu müssen. Ich habe an dieser Stelle gehofft, dass die hohe Gewaltbereitschaft sich mit diese Schocksituation begründen lässt, denn auch der Einsatz von Waffen ist vielleicht Amerika in dem Alter Normalität. Mir hat dieser Gedanke überhaupt nicht zugesagt und damit auch nicht die Darstellung einiger Figuren, die so bereits im Kindesalter als eiskalte Killer durchgehen. Insgesamt schienen mir die Personen älter zu sein, als im Buch beschrieben.

Desweiteren habe ich zu bemängeln, dass dieses Buch sehr viele übersinnliche Dinge aufnimmt. Das Verschwinden und die Mauer, die das Gebiet eingrenzt, hätte mir eigentlich schon gereicht, der Einsatz der Fähigkeiten war noch verständlich, aber mit Verlauf des Buches mutieren auch noch Tiere. Besonders das letzte war meiner Meinung nach vollkommen unnötig. Man brauchte es für bestimmte Handlungen, allerdings hätte das Buch an dieser Stelle auch gekürzt werden können. Mir persönlich gefielen diese ganzen fast-Showdowns nicht, die immer wieder auftraten und nach denen das Buch wieder verflachte. Irgendwann habe ich mir das Ende einfach nur noch herbeigesehnt, um endlich fertig zu werden.

Fazit: Mich hat das Buch etwas enttäuscht, trotz guter Ansätze. Es ist zu lang und zu brutal, als dass ich es jungen Lesern empfehlen würde.

Empfehlungen:

Advertisements