Originaltitel:
Santa Klaus verzweifelt gesucht
Autor:
Ruprecht Knecht
Verlag:
Grafit Verlag
ISBN: 978-3894253929
Preis: 8,99 €
Extra:
Leseprobe

Inhalt: Sechs Tage vor Weihnachten ist Kai Möbius den weihnachtsbegeisterten Menschen hilflos ausgeliefert. Dabei hält er selbst sehr wenig vom „Fest der Liebe“. Und als wäre der ganze Trubel nicht schon genug, bekommt er auch noch Wahnvorstellungen, denn warum sollte er sonst zwei Rentiere im Café sitzen sehen. Doch dann wird der Privatdetektiv von der Weihnachtselfe beauftragt, Santa Klaus zu finden, der seit der Explosion der Weihnachtsbäckerei verschwunden ist. Der Countdown läuft: Auf einmal droht dem Fest das Ende und der Welt eine internationale Krise.

Meine Meinung: Wieso sollte man das Weihnachtsfest nicht einmal mit Ironie und Humor aufarbeiten? Wieso nicht gleich aus dem „Fest der Liebe“ den Tatort für einen Kriminalfall machen? Und so platzt in die Ruhe und Besinnlichkeit des Festes eine Bombe und zum Helden kürt man einen richtigen Weihnachtsmuffel. Tatsächlich ist der Protagonist aber genau auf Grund dieser Eigenschaft prädestiniert dafür, die Ermittlungen im Fall des verschwundenen Santa Klaus zu übernehmen, zumindest behauptet dies dessen Stellvertreterin, die attraktive Weihnachtselfe Eloise. Also übernimmt der Privatdetektiv den Fall und gerät in eine regelrechte Weihnachtswelt.
Tatsächlich begegnet der Protagonist einer Reihe von schrägen Figuren, die immer zu überraschen wissen, denn deren Einzigartigkeit und Kuriosität machen es dem Leser schwer, sie einzuschätzen. So wird dieser Fall, der durchaus das Format eines Kriminalfalles hat, sehr undurchsichtig und von Anfang an gibt es einen Haufen Verdächtiger, denn irgendwie gehört jeder dazu: ein alkoholkrankes Rentier, der Psychiater von Santa Klaus, der Osterhase höchstpersönlich, Doubles, Hohlfiguren und eine geheime Organisation, wobei man über jeden einzelnen Seiten schreiben könnte. Außerdem sind auch die Indizen und Spuren alles andere als normal und auch die Umgebung und die Verkehrmittel haben so ihre Besonderheiten.

Das Buch weiß auf jeden Fall zu überraschen, nicht nur durch die Schrägheit, sondern auch durch den Fall selbst, was ich nicht erwartet hatte. Neben Ermittlungen in Richtung, die von vielen Seiten behindert werden, muss sich Möbius auch damit auseinandersetzen, ob das Verschwinden von Santa Klaus nicht einen völlig anderen Grund gehabt haben könnte.
Natürlich kann man in diesem kurzen Buch nicht auf den ausgeklügelsten Krimi hoffen, aber er hält doch immer wieder neue Wendungen parat, wenn auch etwas zu viele nach meinem Geschmack. Mir schien es, als wollte der Autor mehr Kuriositäten aus dem Leben in der Weihnachtswelt hineinpacken, als für den Fall relevant und an einigen Stellen wirkt es auch etwas überladen, aber dafür glänzt die Geschichte mit einer Einzigartigkeit und an einigen Stellen muss man einfach schmunzeln, besonders wenn man auf einmal bemerkt, in welchen Gefahren wird als Weihnachtskonsumenten stecken.
Es lässt sich zudem sehr schnell und flüssig lesen besonders um die Weihnachtszeit herum, auch wenn es wie ein Anti-Weihnachtsbuch wirkt. Es bewirkt beim Leser eine festliche Stimmung, Lust auf passende Musik und Weihnachtsleckereien.

Fazit: Dieses Buch bietet ein schräges und kurzweiliges Lesevergnügen, dass zu Unterhaltungszwecken von jedem gelesen werden kann, sei er nun ein Freund des Festes oder ein Weihnachtsmuffel.

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