Originaltitel: Fall for Anything
Autor:
Courtney Summers
Verlag:
Macmillan
ISBN: 978-0312656737
Extra:
Trailer

Inhalt: Eddie Vater hat sich selbst umgebracht. Während ihre Mutter in Depressionen versinkt und das Haus nicht mehr verlässt, sucht das Mädchen nach Antworten. Wieso nimmt sich ihr Vater, ein bekannter Fotograph, einfach das Leben? Nächtliche Ausflüge zu dem Ort, wo ihr Vater gefunden wurde, geben ihr Trost und dort trifft sie eines Tages auf Culler, den Schüler ihres Vaters. Mit ihm kann sie ihre Erinnerungen an einen liebevollen Vater teilen und ihr Unverständnis. Gemeinsam suchen sie nach der Antwort auf das Warum.

Meine Meinung: Eddie ist 17, als der Tod ihres Vaters auch ihr Leben zerstört. Einziger Halt ist nur noch ihr bester Freund Milo, denn ihre Mutter hat der Selbstmord noch schlimmer getroffen. Ein halbes Jahr nach diesem Ereignis zieht die beste Freundin ihrer Mutter als Hilfe ein, mit der Eddie sich allerdings nicht versteht. Mit ihren Methoden zur Trauerbewältigung und Rückkehr in die Normalität kann das Mädchen nichts anfangen. Zu allem Überfluss kehrt für den Sommer auch noch Milos Ex-Freundin zurück, die sich scheinbar zwischen die beiden Freunde stellt, zumindest findet es die Protagonistin. Weder zu Hause, noch bei ihrem besten Freund findet Eddie jetzt Halt, was in ihrer Situationen kaum zu verkraften ist. Schließlich ist schon mit Vater eine enge Bindung zerstört und nun scheint es ihr, als würde sie weitere Personen verlieren. Also sucht sie sich als Zufluchtsort den Tatort, wo die Erinnerung an ihren Vater erhalten bleibt, obwohl sie nicht einmal mehr weiß, wie er gefunden wurde.
Dort trifft sie auf eine neue Bezugsperson, Culler Evans, der ihren Vater auf eine andere Art zu kennen scheint und zu dem sie sich von Anfang an hingezogen fühlt. Vielleicht ist ihre Verliebtheit aber nur ein Versuch, mit ihrer Trauer und ihrer Wut umzugehen. Tatsächlich weiß Eddie nicht, wie sie den Tod verarbeiten kann. Sie versucht es auf viele Arten, doch letztendlich merkt sie, dass sie nur Frieden schließen kann, wenn sie die Gründe erfährt, denn ihr Vater sagt in seinen letzten Zeilen dazu nichts.

Eddie macht in diesem Buch Bekanntschaft mit den Facetten der Trauerbewältigung. Schuldgefühle, Verdrängung, Verlagerung und Resignation sind etwas, mit dem sie sich konfrontiert sieht. Gleichzeitig behandelt die Autorin aber auch Themen wie Freundschaft, Liebe und Verrat, oder stellt die Frage, wann man eine Lüge benutzen darf. Das sind Dinge, die auch in jedem anderen Jugendbuch vorkommen könnten, aber hier wird vor allem das Thema Liebe nicht auf diesem Niveau behandelt. Tatsächlich wirkt Eddie dabei oftmals hilflos und überfordert und muss für ihr Alter eine gewisse Reife ausstrahlen, entstanden durch die Auseinandersetzung mit einem Suizid.

Fazit: Der Autorin gelingt ein Buch, dass sich interessant und berührend mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt. Ein sehr empfehlenswertes Buch, allein auf Grund des Covers.

Advertisements