Originaltitel:
The Two Towers
Autor:
John Ronald Reuel Tolkien
Verlag:
Klett-Cotta

Inhalt: An den Ufern der Rauros-Fälle wird die Gemeinschaft von einer Gruppe Orks angegriffen. Frodo, der Ringträger, spürt eine Gefahr von innen und verlässt die anderen zusammen mit Sam. Merry und Pippin werden zur selben Zeit von den Orks gefangen genommen und verschleppt. Aragorn, Isildurs Erbe, zögert nicht lange und nimmt mit dem Elben Legolas und dem Zwerg Gimli die Verfolgung auf.

Meine Meinung: „Die zwei Türme“ umfasst Buch 3 und 4 der „Der Herr der Ringe“-Reihe. Im dritten Buch verfolgt man zu Beginn Aragorns Jagd auf die Orks und Merry und Pippins Zeit in Gefangenschaft. Aber ganz im Sinne tolkienscher Erzählkunst dreht und wendet sich die Geschichte: Neue Wesen, andere Völker und fremde Orte bestimmen den Lauf der Dinge und wissen, zu überraschen. Man begibt sie als Leser von der Idylle des Fangorn-Waldes über einen blutigen Krieg bis hin zu einem der beiden namensgebenden Türme.

Buch vier begleitet Frodo und Sam, die auf sich allein gestellt ohne fremde Hilfe den Weg nach Mordor finden müssen. Zumindest bis ihnen das Geschöpf Gollum, an das Schicksal des Ringes gebunden, ihren Weg kräuzt. Misstrauen bestimmt das Verhältnis zu den Hobbits und die öde und karge Landschaft gibt der Geschichte eine düstere Stimmung je weiter sie sich dem Gebiet Saurons nähern.

Bei Tolkien weiß man nie, wo man auf der nächsten Seite landet. Naturgeprägte und detailliert beschriebene Orte, die auch als Längen angesehen werden könnten, prägen die Reisen und mit ihnen auch einzigartige Wesen und Menschen, die die Fantasie des Lesers immer wieder neu beleben. Faszinierend wirkt dabei die Komplexität und Größe der Geschichte, die sich über einen ganzen fiktiven Kontinent erstreckt.
Aber auch sprachlich ist dieses Werk gelungen und thematisch legt der Autor eine ganze Bandbreite vor: Neben dem Konflikt zwischen Gut und Böse, stehen Krieg, Verrat und Freundschaft im Vordergrund und eine ganze Menge mehr wird beleuchtet.

Zum Film: Ich kann es an dieser Stelle nicht unterlassen, kurz auf die Verfilmung einzugehen, die ich inzwischen fast auswendig kenne und die ich mir leider vor dem Buch zur Gemüte geführt habe. Peter Jacksons Werk ist eine grandiose Verfilmung und fällt für viele das Buch etwas ab, wenn sie es erst nach dem Film zur Hand nehmen. Ich war natürlich auch vorbelastet, aber man merkt beim Lesen, dass einiges verändert wurde. Mal sind es Kleinigkeiten, mal ist es etwas Größeres, allerdings lassen sich in meinen Augen dadurch Buch und Film als verschiedene Werke betrachten, die beide Vor- und Nachteile besitzen.

Fazit: Dieses Buch ist ein gelungener Mittelteil einer grandiosen Trilogie, die auch nach dem Film noch zur Hand genommen werden sollte. Meiner Meinung hat Tolkien hier Fantasy geschaffen, die heute kaum noch ein Buch erreichen kann.

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