Originaltitel: Juniper Berry – A Tale of Terror and Temptation
Deutscher Titel: Juniper Berry
Autor:
M. P. Kozlowsky
Verlag:
Walden Pond Press
ISBN: 9780061998706
Extra:
Trailer, dt. Leseprobe

Inhalt: Die Berrys sind die wohl besten und bekanntesten Schauspieler der Welt. Das weiß auch ihre Tochter Juniper, die selbst später Drehbuchautorin werden möchte. Doch Junipers Leben steht auf dem Kopf, seit sie in das neue Haus gezogen sind: Ihre Eltern sind vollkommen verändert, haben nur noch ihren Erfolg im Kopf und beachten das Mädchen nicht mehr. Juniper fühlt sich allein gelassen und beschließt, der Sache auf den Grund gehen…

Meine Meinung: Juniper Berry ist elf Jahre alt und verbringt ihre Zeit damit, die Welt zu entdecken. Sie beobachtet die kleinsten Dinge und unternimmt mit ihrer Hündin Kitty Ausflüge in den Wald. Sie träumt davon, Drehbücher für ihre berühmten Eltern zu schreiben und selbst dafür bekannt zu werden. Doch sie lebt in dem großen Anwesen der Eltern sehr abgeschieden, wird zu Hause unterrichtet und hat keine Freunde, obwohl es ihr nicht an Selbstbewusstsein und Offenheit mangelt. Und so freundet sie sich auch gleich mit Giles an, dem sie zufällig im Wald begegnet, dessen Eltern sich ebenfalls seltsam benehmen und dem es an Durchsetzungskraft fehlt. Deshalb wird er bereits in seinem Alter von anderen Kindern gemobbt.

Für diese Thematik des Berühmtsein und der folgenden Vernachlässigung des Privatlebens hätte es leicht eine rationale Erklärung geben können. Stattdessen wird die Geschichte magisch verpackt und doch steckt am Ende etwas wie eine vernünftige Erklärung darin. Tatsächlich regt das Buch zum nachdenken an, auch wenn es eigentlich ein Kinderbuch ist. So ist Juniper auf der Suche nach der Wahrheit im Leben mit ihren elf Jahren und bekommt Antworten, die man nicht immer erwartet.

The only truth is the one we create. It’s the rest that is the dream. You can break everything down, analyze it all you want, inspect, investigate; it doesn’t matter […] The facts are fiction, the truth is fantasy. (p. 128 )

Gleichzeitig muss sich der Leser auch selbst fragen, wie bereits Juniper Berrys Eltern und die beiden Kinder, welches seine innersten Wünsche sind und was man dafür aufgeben würde. Man gerät mit der Protagonistin selbst in Versuchung und fragt sich, mit welcher Stärke man selbst regieren würde, wenn die Erfüllung der größten Ziele nur einen Atemhauch entfernt ist.

There will always be temptation, wherever we go in life, with whatever we do. There will always be an easier way out. But there’s nothing to gain from that. We have to overcome such urges, we have to bw stronger.
(p. 226)

So ist dieses Buch zum einen ein modernes Märchen, dass zwischen Computerprogrammen, Mobbing-Problemen und magischen Orten springt und damit ein schönes Kinderbuch bildet. Passend dazu gibt es einige Bilder, die altersgerecht im Stil des Covers das Leseerlebnis für Jüngere noch ansprechender machen. Gleichzeitig steckt für Ältere viel mehr Gedankengut in dem Buch, als man vermuten mag.

Fazit: Das Buch hat mich positiv überrascht, denn ich hatte ein niedliches Kinderbuch erwartet, das es durchaus sein kann, und wurde einer tieferen Geschichte konfrontiert, als ich erwartet hatte.

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