Originaltitel: Click
Autoren:
Doyle, Maguire, Lanagan, Hornby, Ellis, Park, Colfer, Wynne-Jones, Ozeki, Almond
Verlag:
DTV
ISBN: 978-3423624671
Seiten: 256
Datum:  2011
Extra:
Leseprobe

Inhalt: Grandpa Gees Tod ist für die kleine Maggie wie ein Weltuntergang, denn die vielen Geschichten des bekannten Fotographen hat sie über alles geliebt. Doch Gee hinterlässt seiner Enkelin eine Aufgabe: Ein Kästchen mit Muscheln, die alle ihren Weg zurück ins Meer finden müssen. Aber Maggie ist nicht die einzige, an die Gee gedacht hat. Auch ihr Bruder Jason bekommt einen Teil von dem riesigen Vermächtnis seines Großvaters, das auf dem ganzen Erdball verteilt ist…

Meine Meinung: Getreu dem Spruch „Viele Köche verderben den Brei„, habe ich mich skeptisch an dem Buch versucht, in dem zehn mehr oder weniger bekannte Autoren eine gemeinsame Geschichte erzählen wollen. Ich hatte zugegeben Startschwierigkeiten, denn meine Erwartungen lagen eben bei dieser einen Geschichte, allerdings ist „Klick!“ viel mehr eine Sammlung von Geschichten, in denen immer Gee oder Maggie oder andere Mitglieder der Familie Keane auftreten, nicht aber zwingend die Hauptrolle übernehmen.
Jeder Autor erzählt aus der Sicht eines meist jungen Menschen dessen Geschichte, die nicht selten durch Gee eine neue Wendung bekommt. Das Spektrum der Protagonisten reicht von einem Gefängnisinsassen, über ein unter Schock stehendes Mädchen, bis zu einer Frau, die ihr Leben Revue passieren lässt. Und so wechseln auch Zeiten und Orte von Japan direkt nach dem zweiten Weltkrieg, über einen Boxkampf Muhammad Alis 1972 in Dublin und ein Anwesen im heutigen Frankreich, bis hin zu einem Australien der Zukunft.
Als Leser dauert es so eine Weile, sich in die jeweils neue Situation hineinzufinden, aber die Zeit- und Weltreisen machen gleichzeitig eine gewisse Faszination aus.

Thematisch haben alle den Aspekt der Fotographie verarbeitet gemäß dem Buchtitel, wobei es manchmal um das Wesen der Fotographie selbst, und manchmal um die Geschichte hinter dem Bild geht. Diese Geschichten sind manchmal etwas magisch, mal traurig, mal erzählen sie von Wut und Angst, mal thematisieren sie Freundschaft. Obwohl sie sehr weit auseinander gehen, sind es für die betroffenen Menschen unvergessliche Erinnerungen und Eindrücke, die ihr Leben prägen und in denen sich interessante Weisheiten auch für den Leser verstecken können.
Nicht gefallen hat mir die Fülle der Geschichten, denn mit jedem Protagonisten hätte man ein ganzes Buch füllen können. Vieles wird angeschnitten, bleibt offen und unbeantwortet, was wahrscheinlich beabsichtigt ist, mir persönlich allerdings nicht zusagt, besonders dann, wenn zum Beispiel die Auflösung eines der größten Geheimnisse Gees mit einem Cliffhanger endet.

Sprachlich merkt man übrigens mal größere mal kleinere Unterschiede zwischen den Autoren und so lassen sich manche Geschichten relativ schnell und leicht lesen, während zwei bis drei den Leser mehr fordern.

Fazit: Ich bin mit „Klick“ sehr zufrieden, denn die einzelnen Autoren verstehen etwas auf ihrem Gebiet und haben einige wundervolle Geschichten erschaffen, auch wenn sie etwas zu kurz ausgefallen sind.

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