Originaltitel: Hold still
Deutscher Titel: Ich werde immer da sein, wo du auch bist
Autorin:
Nina LaCour
Verlag:
Speak Publishing
ISBN: 978-0142416945
Extra:
Buchtrailer

Inhalt: Ingrid ist tot. Caitlin bleibt zurück. Der Selbstmord ihrer besten Freundin ist für sie unbegreiflich. Wie lebt man weiter, wenn der liebste Mensch freiwillig das Leben verlassen hat? Wieso wusste niemand, wie Ingrid sich fühlte? Doch zwischen Hoffnungslosigkeit, Selbstzweifel und Trauer verbirgt sich in Caitlin die Kraft, weiterzumachen.

Meine Meinung: Caitlins und Ingrids gemeinsame Leidenschaft ist die Fotographie und daraus hat sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Mädchen entwickelt. Aber dass Caitlin nicht alles über ihre Freundin weiß, wird ihr erst bewusst, als sich Ingrid selbst umbringt.
An diesem ersten Schockmoment beginnt das Buch, in dem man die Protagonistin Caitlin bei ihrem Versuch etwas mehr als ein Jahr begleitet, ihr Leben wieder zu ordnen, sich neuen Herausforderungen zu stellen. So findet sie zum Beispiel Ingrids Tagebuch, dass Caitlin immer neue Seiten an ihrer neuen Freundin zeigt, denn dort ist viel mehr verarbeitet, als sie jemals geahnt hat. Nicht immer sind die Einträge, von denen sie kaum mehr als einen am Tag schafft, aufbauend. Manchmal wirken sie niederschmetternd auf Caitlin, die keine Chance bekommen hat, Ingrid zu helfen und so muss sie sich längere Zeit an jedem beschriebenen Tag festhalten und nachdenken.
Aber nicht nur die beste Freundin ist von dem Selbstmord erschüttert, denn schon bald merkt Caitlin, dass auch der Junge, in den Ingrid verliebt war, nicht einfach weitermachen kann. Eine gemeinsame Lehrerin der beiden Mädchen verhält sich auf einmal auffallend abweisend gegenüber der Protagonistin und Ingrids Familie möchte Caitlin erst gar nicht aufsuchen.

Auch die Fotographie gewinnt für sie eine neue Bedeutung, denn sie war immer die Verbindung zu ihrer Freundin, ein Weg, Gefühle und Gedanken auszudrücken. Sie steht für Caitlins Suche nach sich selbst und nach den Antworten auf die Fragen, die Ingrids Tod stellt.
Nebenbei muss sich die Protagonistin auch noch mit ganz normalen Teenanger-Problemen auseinandersetzen, wie die erste große Liebe, oder der Beginn einer neuen Freundschaft. Ich muss aber anmerken, dass an dieser Stelle das Buch doch sehr an andere High-School Geschichten erinnert und wenig Neues bietet. Allerdings kommen Caitlin hier immer Zweifel, ob man sich als Hinterbliebene an neuem Glück erfreuen darf und wann man die Erinnerungen an eine vergangene Zeit loslassen kann.

Dieses Jugendbuch ist sehr gefühlsbetond in allen möglichen Richtungen, wobei es sich vor allem um Selbstfindung, Loslassen und das Aufstehen nach einem schweren Schicksalsschlag dreht. Es ist beeindrucken, Caitlin durch ihr wohl schwerstes Jahr zu begleiten mitsamt der Tiefen, die es aufbietet. Das Ende wirkt ein wenig konstuiert, passt allerdings zum Verlauf der Geschichte und zieht hinterher einen Bogen über einen Großteil der Charaktere.

Fazit: „Hold still“ ist eine berührende Geschichte, die den Leser nicht loslässt, sondern ihn in die Gefühlswelt einer glaubwürdigen Protagonistin zieht.

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