Originaltitel: The Lovely Bones
Regisseur: Peter Jackson
Datum: 2009
Länge: 135 Minuten
Schauspieler: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Stanley Tucci
Buch: The Lovely Bones (In meinem Himmel)

Inhalt: Auf dem Heimweg von der Schule trifft Susie Salmon auf Mr. Harvey aus der Nachbarschaft, der sie in einen unterirdischen Bunker führt. Dort verbringt sie die letzten Augenblicke ihres Lebens, das von Mr. Harvey grausam beendet wird. Susie erwacht in einer Zwischenwelt und beobachtet von dort ihre Familie, die an der Suche nach der Wahrheit über ihre Tochter zu verzweifeln scheint.

Meine Meinung: Susie, wunderbar gespielt von Ronan, ist gerade 14 Jahre alt, ein Inbegriff von Unschuld und nachdem man zu Beginn in ihr Leben eintaucht, ist ihr Tod ein brutaler Einschnitt. Es wird nicht an Blut gespart und gewaltätigen Bildern im Kopf des Zuschauers.
Danach spaltet sich der Film in zwei verschiedene Orte mit unterschiedlichen Personen.  Zum einen landet Susie in einer faszinierenden Zwischenwelt, die mit bunten Farben und fantasievollen Landschaften einen starken Kontrast bildet zu der traurigen Realität, in der die Salmons nach der Tragödie leben. Ungewissheit, Hoffnung, Leid, Trauer, Zweifel.  Sehr authetisch zeigen Weisz und Wahlberg als Eltern die chaotische Gefühlswelt. Leider wird Susies Mutter zu einer Randfigur und ihre Motive nur sehr nebensächlich behandelt. Stattdessen gleitet der Film in eine One Man-Show von Wahlberg ab, bei der schließlich sogar Susie zu kurz kommt. Er hat zwar auch im Buch eine größere Rolle, aber in der Verfilmung rückt er viel zu sehr in den Mittelpunkt und sein Charakter wird zunehmend unsympatischer.

Verdrängt werden zudem die Personen Ruth und Ray, die in Sebolds Roman noch tragende Rollen spielen und Susies Figur eine Verbindung zwischen Himmel und Erde geben. Natürlich wird die junge Liebe zu Ray aufgegriffen, aber sie ist weniger verständlich und über den Tod hinausgehend. Besonders leid tut es mir um Ruth, die Susie eigentlich nur einmal getroffen hat, aber augenblicklich eine Verbindung zu ihr herstellt und auch nach dem Verschwinden des Mädchens auf dessen Spuren wandelt, aber ihr Außenseitercharakter und insbesondere ihre Eigenschaften und Vorlieben kommen höchstens am Rand vor.

Ein großes Kompliment geht dagegen an Stanley Tucci als Mr. Harvey, der seinen Part als skrupelloser Mörder sehr eindrucksvoll spielt und jeden Charakter auf eine andere Art heimsucht und die ganze Zeit präsent ist. Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass Jackson absichtlich die beiden beeindruckendsten Teile dieser Verfilmung in dem stärksten Kontrast hat zeigen lassen: auf der einen Seite die farbenfrohe Welt Susies und auf der anderen ein allgegenwärtiger Psychopath.

Fazit: „In meinem Himmel“ hat sowohl auch Höhen als auch Tiefen, besonders im Vergleich mit der Vorlage und ich würde den Film nur denjenigen empfehlen, die Alice Sebolds Werk noch nicht gelesen haben.

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