Diese Rezension wurde bereits am 9. September 2010 auf meinem alten Blog verfasst.

Originaltitel: Herbstvergessene
Autorin: Anja Jonuleit
Verlag: DTV
ISBN: 978-3423247887
Seiten: 432
Datum: 2010
Extra: Leseprobe,Lesung zum Buch

Inhalt: Maja Sternberg erhält unerwartet einen Anruf von ihrer Mutter, mit der sie seit dem Tod der Großmutter kein Wort gewechselt hat. Als sie eine Woche später zu ihr nach Wien reist, ist ihre Mutter tot, Selbstmord. Doch Maja glaubt nicht daran und beginnt zu recherchieren. Sie stößt auf ein altes Foto von ihrer Großmutter Charlotte mit einem Baby auf dem Arm. Doch das ist nicht Majas Mutter Lilli. Außerdem fehlt auf deren Geburturkunde der Name des Vaters und als Geburtort ist „Hohehorst“ angegeben, während der Zeit des Nazi-Regimes ein „Lebensborn“-Heim für unverheiratete Schwangere. Maja weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Sie begegnet Erna Buchholtz, der hilfsbereiten Nachberin ihrer Mutter; Dr. Prohacek, der bei ihrer Mutter Krebs diagnostizierte und wohl auch privat Kontakt zu Lilli hatte; und Roman Sartorius, dessen Vater Arzt in Hohehorst war und der Maja irgendwie anzieht. Doch jeder scheint vor ihr etwas zu verbergen. Und schließlich gelangt Maja in den Besitz eines Manusskripts und einiger Unterlagen, die ihr Leben auf den Kopf stellen.

Meine Meinung: Herbstvergessene erzählt die Geschichte von drei Frauen unterschiedlicher Generationen in vier Teilen mit vielen kleinen Kapiteln. Im Buch wechselt sich immer ein Kapitel über die Jüngste von ihnen, Maja, mit einem Kapitel ihrer Großmutter, Charlotte, ab. Beide sind in der Ich-Perspektive verfasst. Maja erzählt von der Gegenwart, wie sie versucht die Geheimnisse von Mutter und Großmutter zu lüften, wie ihr Liebesleben immer komplizierter wird und wie sie schließlich ihr gesamtes Leben umkrempelt. Die Geschichte, die Charlotte erzählt, spielt die meiste Zeit in Hohehorst, 1944/45. Es ist ein Manusskript, eine selbstverfasste Autobiographie in denen ihre große Liebe Paul, ihre Freundin Hanna und Dr. Sartorius eine Rolle spielen.
Der Leser weiß zwar immer ein wenig mehr als Maja, was die Vergangenheit der Großmutter angeht. Doch was Lilli Sternverg herausgefunden hat und warum sie sich selbst umbrachte, dass muss man erst mit Maja ergründen.

Anja Jonuleit erzählt eine fesselnde Geschichte. Zwar beschreibt sie oft detailreich Orte oder Personen, doch dadurch zieht sie den Leser aber noch mehr hinein. Jede Person bekommt eine Persönlichkeit und besonders mit Maja konnte ich mich leicht anfreunden.

Fazit: Ein sehr gelungenes Buch über Gegenwart und Vergangenheit, über Freundschaft, Liebe, Angst, Trauer, Schmerz und Sehnsucht. Das Buch hat mich mitgerissen, ich wollte unbedingt erfahren, was es mit den ganzen Geheimnissen auf sich hatte und wurde nicht enttäuscht. Im Endeffekt hat es mir sogar noch besser gefallen, als ich anfangs gedacht hatte und auch wenn das Ende ein wenig offen war und ich immer noch ein oder zwei Fragen hatte, das Buch ist definitiv lesenswert.

Empfehlenswert:

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