Auch erhältlich als: Elfentochter
Originaltitel: Tithe
Reihe: Faerie Tale
Autorin: Holly Black
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401055343
Seiten: 336
Datum: 2003

Inhalt: Kaye zieht zurück in ihre Heimatstadt. Sie ist verbunden mit Kindheitserinnerungen an Elfen und Magie – und an das Anderssein. Als sie im Wald einen schwer verletzten jungen Mann findet, wird die Magie wieder lebendig und Kaye muss begreifen, dass sie etwas Besonderes ist.

Meine Meinung: Kayes Mutter ist eine talentierte aber erfolglose Musikerin, die ihr Leben mit zwielichtigen Typen, Alkohol und Zigaretten verbringt. Nach dem plötzlichen Ende ihrer letzten Beziehung bleibt nur das Haus von Kayes Großmutter in ihrer Heimatstadt als Zufluchtsort. Auf das Mädchen hat der Lebensstil ihrer Mutter längst abgefärbt: Die Schule hat sie abgebrochen, sie raucht und zeigt besonders gegenüber ihrer Großmutter ihre rebellischen Züge. Kaum in ihrer Heimatstadt angekommen, versucht Kaye, zu den Elfenfreunden ihrer Kindheit Kontakt aufzunehmen. Dass diese auch nur Erfindungen eines kleinen Kindes sein könnten, kommt ihr allerdings auch mit 17 Jahren in den Sinn.
Kaye ist ein starrköpfiges pubertierendes Mädchen, das vorgibt, reif und erwachsen zu sein, durch Naivität und schwülstges Verliebtsein einen sehr unsympatischen Eindruck macht und mit ihrem Verhalten überhaupt nicht in das Schema eines an Magie glaubenden Menschen macht.

Die Magie macht im Übrigen nur einen kleinen Teil der Geschichte aus. Es geht um den Dauerbrenner Gut gegen Böse und die Protagonistin ist natürlich die Auserwählte, die alles verändern soll. Diese große Bekanntmachung à la „Du bist in Wirklichkeit diejenige, die uns alle retten soll“ ist allerdings so unspektakulär und so kompliziert verstrickt, dass ich nicht einmal verstanden habe, worum es geht und wie der großartige Rettungsplan lautet.

Auch der weitere Handlungslauf mit einigen Logikfehlern gespickt lässt zu wünschen übrig, denn die Handlung wurde auf ein Minimum reduziert, Akzente falsch gesetzt und die Bedeutung vieler widerkehrender Figuren ist mir bis zum Schluss nicht ganz klar gewesen. Als Beispiel gibt es den Bruder von Kayes bester Freundin, der oft Auftritte hat, im Großen und Ganzen aber immer fehl am Platz und völlig nichtssagend geblieben ist. Das einzig Positive war das kuriose Bild eines jungen Professor Snape, das seine Beschreibung in mir erzeugt hat.

Fazit: Vielleicht habe ich es nur durch Langeweile geschafft, dieses Buch in zwei Tagen durchzulesen, aber länger hätte ich mich damit auch nicht beschäftigen können. Obwohl das Cover sehr ansprechend ist und etwas Potential in der Geschichte steckt, auch wenn mir letztendlich selbst die Grundidee nicht einmal gefallen hat, rate ich von diesem Buch ab und werde mir die restliche Reihe nicht antun.

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