Diese Rezension erhält Spoiler zu dem Buch Crank von Ellen Hopkins.

Originaltitel: Glass
Autorin: Ellen Hopkins
Reihe: Crank Trilogy
Verlag: Margaret K. McElderry Books
ISBN: 978-1416940913
Seiten: 704
Datum: April 2009

Inhalt: Kristina ist Mutter geworden, doch das Monster ist zurück. Sie hat dagegen gekämpft, doch Bree treibt sie zurück zu alten Freunden, zu den Drogen und lernt Alex kennen, mit dem sie glücklich werden kann. Aber das Monster scheint alles zu zerstören.

Meine Meinung:
Nach den Ereignissen aus „Crank“ wird Kristina zu einer unsympatischen Protagonistin, denn sie hat scheinbar nichts hinzu gelernt. Sicher, zu Beginn ist sie clean, schließlich ist sie gerade erst Mutter geworden und bekommt von ihrer eigenen genug Unterstützung, um sich tatsächlich gut um ihren Sohn kümmern zu können. Aber schnell hat sie – wie überraschend! – einen Rückfall begleitet von einem Haufen Lügen, den sie ihrer Mutter mit der Zeit auftischt. Irgendwie tat mir die Mutter mit der Zeit immer mehr Leid und selbst wenn sie Kristina mit der Zeit immer mehr verletzt.
Eigentlich versucht Kristina, sich gegen Bree zu behaupten, aber sie ist nunmal stärker und Kristina findet immer mehr Gefallen daran, Bree rauszulassen, Drogengeschäfte abzuwickeln und das zu tun, wofür sie nicht mutig genug ist.

Der Beginn ist sehr schleppend, vielleicht lag es aber auch an der Sprache. Wie Band 1 ist die Schriftgestaltung sehr individuell und besonders, an die man sich wieder gewöhnen muss. Aber aus der Not heraus, Carlsen hat die Reihe nach Band 1 nämlich nicht weiter übersetzt, habe ich mir das englische Original besorgen müssen, was das ganze noch schwieriger gemacht hat. Nach 100 Seiten hatte ich diesen Durchhänger dann besiegt und die Geschichte wurde interessanter.
Da entwickelt sich die Liebesgeschichte mit Alex, die nicht besonders aufdringlich ist und deren auf und ab auch ein Bild für Kristinas Leben ist. Dann tauchen immer mal wieder sympatische Charaktere auf, von denen einige leider ein zweifelhaftes Leben führen. Gut, Alex ist nicht sonderlich sympatisch, genauso wie die zwielichten Typen, die nach Band 1 ein Wiedersehen feiern. Aber Kristinas Familie ist einfach wundervoll: ihr pubertärer Bruder; ihre lesbische Schwester und deren Freundin; und ihr Vater, der sie nicht gerade fördert, was ihren Umgang mit Drogen anbelangt.

Der zweite Teil der Reihe ist noch eine Steigerung, wenn es darum geht, wie tief man durch Drogen fallen kann. Es ist schockierend und als Leser entwickelt man von Anfang an eine ablehnende Haltung gegenüber Kristinas Verhalten. Fast alles, was sie tut, kann man nur mit einem Kopfschütteln quittieren und besonders zum Ende hin wird alles immer absurder. Das ist das Problem, wenn man selber keine Erfahrung mit Drogen hat und so wirkt es nicht mal als Abschreckung. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass es noch schlimmer werden könnte.

Fazit: Der Anfang war sehr holprig und ich verfluche Carlsen dafür, dass sie sich gegen die Reihe entschieden haben. Obwohl ich den Rest wirklich gut fand, würde ich raten, entweder alle englische Teile hintereinander wegzulesen, oder nach dem ersten deutschen Band aufzuhören.

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