Melissa Darnell – Herzblut 01: Gegen alle Regeln

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Originaltitel: Crave
Autorin: Melissa Darnell
Reihe: The Clann/Herzblut
Verlag: Darkiss – Mira Taschenbuch im Cora Verlag -> Bestellen
ISBN: 978-3862785131
Seiten: 396
Datum: März 2013
Bonus: Buchtrailer

Inhalt: Die junge Savannah erfährt mit fünfzehn, dass sie das Ergebnis einer „Romeo und Julia“-Liebe ist: die verbotene Kreuzung aus Hexe und Vampir. Von beiden Seiten gefürchtet und misstrauisch beäugt, kämpft sie sich durch ihre Highschool und verliebt sich in den verbotenen Jungen.

Meine Meinung: Savannah ist die sympatische Protagonistin, die in allem eher mittelmäßig ist und in der Schule in der Menge verschwindet – bis die jungen Clann-Mitglieder sie mal wieder zur Schau stellen. Inzwischen ist Sav diese Abneigung gewohnt, aber wieso sich ihre Kindheitsfreunde gegen sie wenden, ist ihr immer noch rätselhaft. Bis sie schlagartig krank wird und ihre Eltern ihr das Geheimnis ihres Daseins erzählen: Ihr Mutter gehörte zum Clann, einer mächtigen Hexenfamilie; ihr Vater ist ein Vampir und untersteht dem Vampirrat. Savannah, als Kreuzung zweier mächtiger Wesen, ist für beiden eine Gefahr, wird von beiden überwacht und muss beide Seiten unterdrücken.

Tristan ist der zweite Protagonist, zukünftiges Oberhaupt des Clanns und verliebt in Savannah. Er kennt ihr Geheimnis nicht, doch wie Savannah entwickelt er mit der Zeit eine rebellische Seite, um sich gegen die Regeln der Eltern aufzulehnen, zu der auch das Fernhalten von dem Mädchen gehört.

Beide wollen bzw. dürfen keine Magie benutzen, Savannah macht fast nur eine körperliche Veränderung durch und Tristan lernt erst später notgedrungen ein bisschen Zauberei. Somit ist die Handlung zumeist eine einfache Highschoolgeschichte, samt gewissen Klischees, wie einer unscheinbaren Protagonistin, die praktisch über Nacht zur Sensation wird und mit dem schärfsten Typen anbändelt. Es gibt die allzeit beliebten Tussis und die bestenn Freundinnen, denen entweder die Schulhierachie völlig egal ist, oder die leidenschaftlich gerne den neusten Klatsch verbreiten.
Das ganze passiert natürlich vor dem übernatürlichen Hintergrund, auch wenn weniger tatsächlich gehandelt, als nur geredet wird. Und genau das ist das große und vor allem nervige Manko. Die Protagonisten können noch so unbekümmert, naiv und sympatisch und die Liebesgeschichte noch so weit nach hinten verschoben sein; wenn die Geschichte auf „Was wäre wenn“-Annahmen basiert, dann hat man keine Lust mehr. Tatsächlich ist der Highschoolalltag viel interessanter als jedes Vampir-Hexen-Liebes-Gemisch. Zudem driftet das Ganze am Ende doch noch arg in den Kitsch ab.

Fazit: Warum müssen Autoren heute immer irgendetwas magisch in Szene setzen? Manchmal reicht eine einfache Highschool-Geschichte, ganz ohne das Übernatürliche und erst recht, wenn das immer nur aus dem Hintergrund die Strippen zieht.

Danke an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar.

Damian Dibben – Jake Djones und die Hüter der Zeit

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Originaltitel: The Storm begins
Reihe: The History Keepers
Autor: Damian Dibben
Verlag: Penhaglion (Randomhouse) -> bestellen
ISBN: 978-3764530938
Seiten: 352
Datum: September 2012
Extra: Buchtrailer, Leseprobe, dt. Webseite

Inhalt: Mitten im Park wird Jake von zwei zwielichtigen Männern entführt und in ein unterirdischen Versteck verschleppt: Es ist das unterirdische Versteck der Geschichtshüter. Ihre Agenten sind für den Schutz der menschlichen Geschichte verantwortlich und auch Jakes Eltern gehörten ihnen an, bis sie bei ihrem letzten Auftrag spurlos verschwanden. Kurz darauf findet sich Jake in einer anderen Zeit wieder und bestreitet das Abenteuer seines Lebens.

Meine Meinung: Jake Djones ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher im modernen London bis auf die Sache mit seinem Bruder, das sein Leben vor einigen Jahren veränderte. Seine Eltern führen seitdem einen erfolglosen Sanitärladen und Jake lebt sein durchschnittliches Leben ohne besodnere Freunde oder Interessen. Ihm erscheint die Organisation der Geschichtshüter deshalb nicht besonders vertrauensvoll, besonders unter den hektischen Bedingungen, in der er mit deren Wesen konfrontiert wird. Somit wirktJake zu Beginn einsam und verloren unter Menschen, denen Zeitreisen ein alltäglicher Begriff sind.

Fast ein Drittel des Romans nimmt allein die Einführung ein, die sich aber auch schnell lesen lässt und den Leser nicht mehr ins kalte Wasser fallen lässt. So lernt man die Eigentümlichkeiten und Ausrüstung der Organisation kennen und macht Bekannschaft mit einigen wichtigen Agenten. Da ist zum einen Charlie, Vegetarier und ausgezeichneter Koch, der in dem Papagei Mr. Drake einen ständigen und nicht ganz unwichtigen Begleiter gefunden hat. Der junge Topaz begegnet Jake ebenfalls sehr früh und ist sofort von ihr hingerissen. Sie ist wunderschön, freundlich und aufmerksam, geht zielstrebig und ehrgeizig an ihre Aufträge, verbirgt allerdings auch ein dunkles Geheimnis. Ihr Halbbruder Nathan dagegen ist ein Draufgänger, selbstverliebt und viel beschäftigt mit seinem Aussehen und seinen Verehrerinnen.

Eigentlich ist die Geschichte grob vorhersehbar, weiß im Detail trotzdem noch zu überraschen, auch wenn auf den typischen Wandel eines jungen Protagonisten in einem Roman mit übernatürlichen Elementen nicht verzichtet werden konnte. Dennoch ist das Buch spannend, mal komisch und mal actionreich. Dabei geht es nicht immer um Jake allein, auch aus der Sicht anderer Personen wird erzählt, was durchaus notwendig ist, um die Geschichte breiter zu fächern. Zudem bekommt man einige Orte geliefert, die eine schöne Grundlage für dieses fantastische Abenteuer bieten, selber zahlreiche Überraschungen bereithalten und manchmal sogar noch etwas Wissen vermitteln kännen.

Das Buch entwickelt sich zu Beginn zum Pageturner, hat eine kurze schwache Phase in der Mitte, weiß am Ende aber mit Spannung zu punkten. Einzig der etwas charakterlose Bösewicht, der selbst von der Handlangerin übertroffen wird, stört etwas.

Fazit: Junge Leser werden an diesem glatten Abenteuer bestimmt ihre Freunde haben und genug Potential und ungelöste Fragen sind für den nächsten Band sicher vorhanden.

Empfehlenswert:

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar!

Holly Black – Die Zehnte

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Auch erhältlich als: Elfentochter
Originaltitel: Tithe
Reihe: Faerie Tale
Autorin: Holly Black
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401055343
Seiten: 336
Datum: 2003

Inhalt: Kaye zieht zurück in ihre Heimatstadt. Sie ist verbunden mit Kindheitserinnerungen an Elfen und Magie – und an das Anderssein. Als sie im Wald einen schwer verletzten jungen Mann findet, wird die Magie wieder lebendig und Kaye muss begreifen, dass sie etwas Besonderes ist.

Meine Meinung: Kayes Mutter ist eine talentierte aber erfolglose Musikerin, die ihr Leben mit zwielichtigen Typen, Alkohol und Zigaretten verbringt. Nach dem plötzlichen Ende ihrer letzten Beziehung bleibt nur das Haus von Kayes Großmutter in ihrer Heimatstadt als Zufluchtsort. Auf das Mädchen hat der Lebensstil ihrer Mutter längst abgefärbt: Die Schule hat sie abgebrochen, sie raucht und zeigt besonders gegenüber ihrer Großmutter ihre rebellischen Züge. Kaum in ihrer Heimatstadt angekommen, versucht Kaye, zu den Elfenfreunden ihrer Kindheit Kontakt aufzunehmen. Dass diese auch nur Erfindungen eines kleinen Kindes sein könnten, kommt ihr allerdings auch mit 17 Jahren in den Sinn.
Kaye ist ein starrköpfiges pubertierendes Mädchen, das vorgibt, reif und erwachsen zu sein, durch Naivität und schwülstges Verliebtsein einen sehr unsympatischen Eindruck macht und mit ihrem Verhalten überhaupt nicht in das Schema eines an Magie glaubenden Menschen macht.

Die Magie macht im Übrigen nur einen kleinen Teil der Geschichte aus. Es geht um den Dauerbrenner Gut gegen Böse und die Protagonistin ist natürlich die Auserwählte, die alles verändern soll. Diese große Bekanntmachung à la „Du bist in Wirklichkeit diejenige, die uns alle retten soll“ ist allerdings so unspektakulär und so kompliziert verstrickt, dass ich nicht einmal verstanden habe, worum es geht und wie der großartige Rettungsplan lautet.

Auch der weitere Handlungslauf mit einigen Logikfehlern gespickt lässt zu wünschen übrig, denn die Handlung wurde auf ein Minimum reduziert, Akzente falsch gesetzt und die Bedeutung vieler widerkehrender Figuren ist mir bis zum Schluss nicht ganz klar gewesen. Als Beispiel gibt es den Bruder von Kayes bester Freundin, der oft Auftritte hat, im Großen und Ganzen aber immer fehl am Platz und völlig nichtssagend geblieben ist. Das einzig Positive war das kuriose Bild eines jungen Professor Snape, das seine Beschreibung in mir erzeugt hat.

Fazit: Vielleicht habe ich es nur durch Langeweile geschafft, dieses Buch in zwei Tagen durchzulesen, aber länger hätte ich mich damit auch nicht beschäftigen können. Obwohl das Cover sehr ansprechend ist und etwas Potential in der Geschichte steckt, auch wenn mir letztendlich selbst die Grundidee nicht einmal gefallen hat, rate ich von diesem Buch ab und werde mir die restliche Reihe nicht antun.

Philip Pullman – Der goldene Kompass

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Originaltitel: Northern Lights (The golden Compass)
Reihe: His dark Materials
Autor: Philip Pullman
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-35720-5
Seiten: 465
Datum: 2007
Extra: Leseproben

Inhalt: Es gibt Welten, die sind der unseren ähnlich. Dort wo diese Geschichte spielt, gibt es auch ein England – und ein Mädchen namens Lyra, das mit ihrem Daemon Pan durch die Straßen von Oxford streift. Doch als plötzlich Kinder entführt werden, ihr Onkel verschwindet und eine mysteriöse Dame auftaucht, zieht es Lyra in den Norden auf der Suche nach ihrem Freund und dem geheimnisvollen Staub.

Meine Meinung: Lyra ist ein junges Mädchen, das ohne Eltern im Jordan College in Oxford unter Wissenschaftlern aufwächst. Sie ist abenteuerlustig und streift jeden Tag durch Oxford, kämpft mit anderen Kinder und hat keine Lust auf Unterricht. Ihre Familie besteht aus ihrem Onkel Asriel, der Expeditionen in die Arktis macht. In dieser Welt wachsen Menschen mit Daemonen auf, tierartigen Wesen, die ihre Gestalt wechseln können, wie Lyras „Pan“ Pantalaimon, bis ihre Partner erwachsen werden. Die Gesellschaft selbst lebt bereits mit hohen technischen Fortschritten, bleibt aber noch hinter unserer zurück und steht stark unter dem Einfluss der Kirche mit seinen zahlreichen Einrichtungen.

Zufällig rettet Lyra eines Tages ihrem Onkel bei einem seiner seltenen Besuche das Leben und wird Zeugin einer Versammlung von Wissenschaftlern, die über brisante Vorgänge in der Arktis und Staub reden. Sie wird neugierig, merkt aber, dass dieses Thema der Kirche ein Dorn im Auge ist. Kurz darauf wird ihr Freund Roger von den sogenannten Gobblern entführt wie viele andere Kinder auch und das Mädchen gerät in den Bann der undurchsichtigen Mrs. Coulter, die sich auffällig für Lyra interessiert und sich ihrer annimmt. Vorher erhält Lyra allerdings von dem Direktor der Colleges ein sogenanntes Alethiometer, mit dem sie die Wahrheit erfahren kann. Dank der lebhaften und mutigen Protaginistin fliegen die Seiten nur so dahin, die nur selten in kindliche Naivität verfällt und stets bemüht ist, für alle zu kämpfen, die ihr wichtig sind und das sind nicht wenige, denn selbst einen Bären macht sie sich mit List und Gutmütigkeit zum Freund.

Aus der zarten Kindergeschichte entwickelt sich so schnell mehr, als der Anfang vermuten lässt, denn es geht zum einen noch fantastischer zu, als es das Auftreten der Daemonen vermuten lässt. Auch an Spannungsmomenten und teils kampfbetonten Szenen mangelt es nicht, die deutlich über dem Niveau eines einfachen Kinderbuches liegen. Ebenso verhält es sich mit der Tiefgründigkeit, die hinter der eigentlichen Geschichte liegt, die sich allerdings noch besser erfassen lässt, wenn man die Folgeteile kennt, aber auch so gibt es eine deutliche Religionskritik und eine brutale seelische Folterung von Kindern.

Zum Film: Nach dem optisch eindrucksvollen Film hegte ich gewisse Ansprüche an das Buch, muss aber sagen, dass die Vorlage eindeutig gewonnen hat. Es geht tiefer und hat mehr Handlung, als die Verfilmung vermitteln kann. Nebenstränge und Erklärungen, die „Der goldene Kompass“ vielschichtiger machen, wurden oft gestrichen und auch an der eigentlichen Erzählung wurde viel verändert. Allein das Ende sollte für Leser wenig befriedigend sein.

Fazit: Diese Reihe ist definitiv keine seichte fantastische Geschichte für Kinder, sondern eher auf ältere zugeschnitten und so bin ich positiv überrascht, dass Pullman das Buch irgendwo zwischen allen Genres anordnen kann und trotzdem ein absolut empfehlenswertes Werk schafft.

Walter Moers – Wilde Reise durch die Nacht

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Originaltitel: Wilde Reise durch die Nacht
Autor: Walter Moers
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3442452910
Seiten: 224
Datum: 2003
Extra: Gustave Doré, Dorés Werke, Zamonien

Inhalt: In Seenot geraten trifft Gustave auf den Tod. Der möchte sich die Seele des Jungen einverleiben, doch Gustave hat noch eine letzte Chance. Er muss bis zum Ende der Nacht sechs Aufgaben vollenden. Als Ritter tritt er eine Reise durch Raum und Zeit an.

Meine Meinung: An mein erstes Buch von Moers, das nicht in Zamonien spielt, hatte ich große Ansprüche. Die Feder des Autors ist zumindest überall spürbar, schräge Ideen und unvorhersehbare Ereignisse können ihm einwandfrei zugeordnet werden.
Dabei ist Wilde Reise durch die Nacht mit etwas mehr als 200 Seiten wirklich nur leichte Kost und durch zahlreiche Karrikaturen und darauffolgenden leeren Seiten, was ich etwas verschwenderisch finde. Aber davon abgesehen ist dieses Büchlein vollgepackt mit einer fantastischen Geschichte.

Gustave, zwölf Jahre alt, beginnt sein unglaubliches Abenteuer auf See als Kapitän der Adventure, das in den Sturm der Zwillingstornados gerät. Das erinnert gleich an Zamonien-Zeiten und gibt den Leser den anfänglichen Spannungshöhepunkt, auch wenn jegliche weitere Einleitung leider nicht existiert und der Anfang für Verwirrung sorgt. Kurz darauf treten zwei sonderbare Figuren auf und zwar der Tod höchstpersönlich und zwar so, wie man sich den Sensenmann vorstellt, und seine leicht verwirrten Schwester. Die erwähnten Aufgaben werden gestellt und Gustave tritt seine Reise an, wobei ihm verschiedene Hilfmittel gegeben werde – Rüstung, Schwert und mehr oder weniger treue Gefährten.
Die Aufgabenstellungen haben einen Märchencharakter, die tatsächlichen Herausforderungen liegen zwischen Absurdität, Philosophie, Betrug und Schwachsinn. Kurz gesagt, Moers bietet mal wieder einfach alles und nichts, das man erwarten könnte.

„Wenn das mal keine Traumprinzessin gewesen ist!“ lachte das Schwein. „Diese Berufsgruppe spekuliert gerne darauf, daß das ganze Universum nur geträumt wird. Ausgesprochen subjektive Universuminterpretation! Aber keine uninteressante Philosophie.“
„Wenn das stimmen würde“, sinnierte Gustave, „von wem wird es dann geträumt?“
„Genau, das wäre dann die nächste Frage: Von wem wird das Universum eigentlich geträumt? Schwer zu sagen. Vielleicht von mir? Das wäre eine sehr subjektive Annahme.“ Das Schwein grunzte amüsiert. „Aber ich träume nicht. Ich schlafe nicht mal. Wer weiß – vielleicht ist es ein gemeinsamer Traum. Vielleicht wird es von vielen geträumt. Eine Art Brei, in dem alle rühren. Keine appetitliche Vorstellung, oder?“ (S. 156)

Schlag auf Schlag wechseln die Handlungsorte, ständig begegnen dem jungen, aber äußerst raffinierten Protagonisten neue Gefahren und Märchenelemente wechseln sich mit blutigen Szenarien ab. Diese schnelle und leichte Lektüre wird durch die Zeichnungen von Gustave Doré zusätzlich zu einem Augenschmaus und es ist wunderbar, zu sehen und zu lesen, zu welcher Geschichte Moers dessen Bilder verbunden hat, auch wenn sie keine große Rahmenhandlung zu bieten hat.

Fazit: Dieses Buch kann man sich leicht zu Gemüte führen und wird trotz einiger Macken nicht enttäuscht, wenn man sich auf eine verrückte und skurrile Geschichte einlassen kann.

Empfehlenswert:

J. R. R. Tolkien – Die Rückkehr des Königs

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Diese Rezension enthält Spoiler zu den Büchern Die Gefährten und Die zwei Türme von J. R. R. Tolkien

Originaltitel: The Return of the King
Autor: John Ronald Reuel Tolkien
Reihe: The Lord of the Rings
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 978-3129079416
Seiten: 482
Datum: 1980

Inhalt: Die große Schlacht in Rohan wurde gewonnen, doch die Gefahr aus dem Westen ist nicht gebannt. Mordors Armeen marschieren auf Minas Tirith und die restlichen Gefährten machen sich auf den Weg zu der weißen Stadt. Sam muss zur gleichen Zeit im Land des Feindes Frodo aus den Fängen der Orks befreien, um die Macht Saurons für immer zu besiegen.

Meine Meinung: Die Rückkehr des Königs ist der letzte Teil einer fantastischen Trilogie, der insgesamt noch düsterer ist, als die Vorgänger. Im fünften Buch geht es vor allem um den Krieg, der in Gondor tobt und seine Opfer vor den Toren der weißen Stadt Minas Tirith fordert. Die Gefährten, die ihre bisherigen Abenteuer im Land der Rohirrim bestritten, kommen nach und nach im Königreich Gondor an undsind mitentscheidend für die große Schlacht, die selbst lediglich mit Worten geschrieben epische Ausmaße annimmt. Man fiebert und hofft als Leser mit, vergisst zwischendurch aber auch Tränen.
Das letzte Buch spielt fast ausschließlich im öden Mordor, wo Trostlosigkeit dadurch bedingte Hoffnungslosigkeit allgegenwärtig sind. Frodo ist am Ende von Band zwei in Gefangenschaft geraten und so fokussiert sich die Handlung anfangs auf Sam, der seinen Freund retten muss.

Im finalen Band werden weniger neue Personen und Völker eingeführt, die Orte sind neu, aber nicht so fantastisch wie vorher. Man merkt, dass sich die Trilogie dem Ende nähert. Die begonnenen Handlungsstränge laufen langsam zusammen, der große Komplex „Mittelerde“ wird vollendet und begibt sich dazu auch auf eine, sagen wir, politische Ebene und beleuchtet auch mehr als zuvor die historischen Hintergründe.
Gleichzeitig entwickeln sich die zwischenmenschlichen Beziehungen weiter. So finden manche in ihrem Kummer zueinander, während andere ihre Freundschaften festigen, für ihre Gefährten einstehen.

Das Ende ist schließlich mehr als zufriedenstellend und ist so etwas wie eine Rückreise, in der man die Bücher noch einmal Revue passieren lassen kann. Die Hobbits stehen wieder im Mittelpunkt und obwohl man dort angelangt, wo die Abenteuer von Frodo und co. begonnen hatten, ist doch alles anders, was man in den kleinen feinen Unterschieden erkennt.
Tolkiens Detailverliebtheit komplettiert damit eine wundervolle Trilogie, die durch Fantasie, Gefühle und Abenteuer glänzt. Ein sprachliches Meisterwerk, das am zum Schluss mit einigen Seiten an Anhängen vollendet wird. Hier erfährt der Leser noch mehr über die Entstehung Mittelerdes, der Königreiche und Völker; zeitliche Abläufe und verschiedene Sprachen, die durch ihren Informationsgehalt bestechen, ansonsten aber schwer zu bewältigen sind.

Zum Film: Auch beim finalen Band muss ich unbedingt noch einen Bezug zum Film herstellen, denn auch hier wurde viel verändert. In der Verfilmung vermisse ich jetzt ein bisschen den Auftritt der Dúnedain, die Darstellung der Geographie Gondors und damit auch die ausführliche Betrachtung von Minas Tirith, sowie das längere Ende. Aber man sollte Jackson keinen Vorwurf machen, denn selbst in der Extended Version wäre nicht genug Platz für alles. Trotzdem ist es eine geniale Verfilmung, die optisch etwas hermacht, aber auch abseits von Spezialeffekten zu bestechen weiß und mich zuletzt immer zu Tränen rührt.

Fazit: Der grandiose Abschluss einer beispiellosen Trilogie knüpft nahtlos an die Vorgänger an und beendet ein erstklassiges Abenteuer.

Frances G. Hill – Drachenhaut

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Originaltitel: Drachenhaut
Autorin: Frances G. Hill (Susanne Gerdom)
Verlag: ArsEdition -> bestellen
ISBN: 978-3-7607-8453-3
Seiten: 464
Datum: Juli 2012
Extra: Leseprobe

Inhalt: Fantastische Dinge gehen in dem Land Mohor vor. Der Schlangengott Der Naga soll vor Jahren den Kronprinzen verflucht haben und die Waise Lilya wächst mit einem merkwürdigen Mal seltsam gebrandmarkt bei ihrem Großvater auf.  Doch eine Begegnung mit Der Naga verändert alles: sie begegnet Dämonen und seltsamen Wüstenmenschen, Zauberei und Verschwörungen. Und dabei ist sie immer auf der Suche nach der Wahrheit über sich selbst.

Meine Meinung: Ich habe schon viele positive Rezensionen über dieses Buch gelesen, über die Ausarbeitung der Figuren, den Spannungsaufbau, die fantastischen Aspekte. Und am Ende von „Drachenhaut“ angekommen, kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Aber fangen wir lieber vorne an.

Das Geschichte spielt in dem orientalisch anmutendem Land Mohor, beginnt aber mit einer Begegnung der Fürstin der Feen, Peri Banu, mit Der Naga, die das Schicksal des Kronprinzen besiegelt. Er, Massinissa, wird als Patensohn der schönen Feenfürstin von dem dunklen Gott verflucht und verwandelt sich mit dem Stand des Mondes jahrelang, ohne dass jemand ihn befreien kann.

Lilya dagegen wächst wohl behütet in dem Haus ihres Großvaters Kobad auf, abgeschottet von der Welt und ohne wirkliche Freundschaften. Ihre dunkle Haut macht sie unter all den Bewohnern zu einem Sonderling und als wäre das noch nicht genug, muss sie ihr Gesicht verbergen, denn sie besitzt ein seltsames Auge und merkwürdige Narben. Fast jede Nacht wird das Mädchen von Albträumen heimgesucht, wohl Erinnerungen aus der Vergangenheit, die sie nicht einordnen und verstehen kann. Eine weitere Besonderheit ist ihr Seelenbruder, eine Person, zu der sie anscheinend eine mentale Verbindung aufbaut und der sie sich oft anvertraut. Ansonsten ist sie ein verzogenes Kind, stellt sich weit über die zahlreichen Sklaven des Hauses und findet es undenkbar, sich an der alltäglichen Arbeit zu beteiligen.

Es dauert eine ganze Weile, bis etwas Tragendes geschieht und ein kleiner Höhepunkt zu Beginn mit dem Aufeinandertreffen von Lilya, Massinissa und Der Naga endet, bei dem das Mädchen äußerliche Spuren davonträgt, deren Bedeutung der Titel schon vorweg nimmt. Weiteres will ich von dem Buch nicht mehr preisgeben, denn bis zu diesem Zeitpunkt hat man bereits ein Viertel der Seiten geschafft und mehr passiert eigentlich nicht. Einzig erwähnenswert sind noch die Einführung der Wüstenmenschen, deren Namen bereits ihre Herkunft erklären, und Lilyas Begegnung mit einem Sklaven namens Yani, die zumindest einen kleinen Riss in der straffen Hierarchie Mohor erzeugt. Natürlich muss in einem Jugend-Fantasy-Roman eine Liebesgeschichte entworfen werden zwischen zwei Figuren, die aus unterschiedlichen Umfeldern stammen und damit bestehende Normen und Werte durchbrechen. Die Autorin verfällt hier entgegen meinen Befürchtungen nicht ins Kitschige, sondern behandelt sie derart nüchtern und nebensächlich, so dass ich sie, und auch das kommt vor, überhaupt nicht als Liebesbeziehung angesehen hätte, wenn es nicht ausdrücklich dort stehen würde. Stattdessen führt Hill später weitere Liebeskandidaten ein, das gleiche Minimum an Gefühlsausbrüchen mit sich bringen.

Bis auf Lilya werden die Personen auch sonst nur spärlich behandelt: Kobad verliert ständig an Bedeutung, Yani verschwindet zwischenzeitlich von der Bühne, der König kommt kaum vor und ist doch letzendlich von großer Wichtigkeit und Der Naga ist der Inbegriff für einen widersprüchlichen Charakter, was ich nicht weiter auführen möchte, um keine vorhersehbaren Überraschungen vorweg zu nehmen.
Ein weiteres Manko sind die ständigen Brüche in der Erzählung. Dauernd springt die Geschichte, ohne die vorherige Situaton ausgekostet zu haben. Gleichzeitig verändert sich das Leben drumherum auch kaum, also bringen diese Sprünge, um die Story voran zu treiben, letztlich nichts. Besonders das Ende leidet darunter, das so viel ungenutztes Potential hat, dass es mein Gesamtbild vom Buch hätte verändern können. Stattdessen muss ich mich mit einem Kapitel à la „Was aus ihnen wurde…“ begnügen.

Fazit: Ich glaube, dass es selbst für Genreliebhaber bessere Bücher gibt als „Drachenhaut“, das mich fast durchgängig enttäuscht hat. Es ist schade, wie ungenutztes Potential manchmal zwischen den Seiten verpufft.

Vielen Dank an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar!

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