Film: Snowwhite and the Huntsman

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Originaltitel: Snowwhite and the Huntsman
Regisseur: Rupert Sanders
Datum: 2012
Länge: 127 Minuten
Schauspieler: Kristen Stewart, Charlize Theron, Chris Hemsworth, Sam Clafin, Sam Spruell
Buchvorlage: Schneewitchen und die sieben Zwerge
Buch zum Film: Snowwhite and the Huntsman

Inhalt: Mit Hilfe ihrer Schönheit und eines gerissenen Plans, wird Ravenna zur Königin, die grausam und erbarmungslos in ihrem Reich herrscht. Doch ihre Schönheit ist nicht von Dauer und nur das Herz von Snowwhite, der wahren Thronfolgerin, kann ihr die ewige Jugend geben. Aber das Mädchen kann aus ihrem Verlies fliehen und findet in Huntsman einen Beschützer und Verbündeten.

Meine Meinung: Diese Märchenadaption ist ein actiongeladener, aber im wesentlichen am Original orientierter Film, der gleich zu Beginn die Vorgeschichte optisch sehr ansprechend gestaltet. Schnell wird klar, wie Ravenna zur Königin wurde, während Snowwhites Eltern starben und sie jahrelang in einem Verlies lebte. Charlize Theron überzeugt von Anfang an als böse Königin, die kaum etwas Anderes zu kümmern scheint, als ihre Schönheit, die ihr nicht auf natürliche Weise erhalten bleibt und immer wieder bröckelt ihre Fassade.
Kristen Stewart dagegen wirkt wie immer blass und emotionslos und übertrifft vom Aussehen die ältere Theron nicht wirklich. Sie wirkt von Anfang an nicht wie eine typische Märchenprinzessin, sondern soll eine kampflustige Amazone verkörpern, was ihr aber ebenfalls nicht gelingt. Das liegt zum einen an ihrem mangelnden schauspielerischem Talent und zum anderen an dem Fehlen der großen Schlachtszenen, die ich erwartet hatte. Besonders negativ fällt auch der blasse Clafin als Prinz William auf, während Chris Hemsworth als Huntsman mit harter Schale und weichem Kern überzeugt.

Die Geschichte wirkt oftmals zusammengewürfelt, einzelne Ideen werden nicht gänzlich ausgenutzt. Dafür versucht der Film, ungenutztes Potential mit grandioser Optik auszugleichen. Viel fantasievoller gestaltet als die Vorlage überzeugt, lenkt Snowwhite and the Huntsman manchmal sogar von Handlungsschwächen ab. Sowohl düstere Passagen, wie Stewarts Trip durch den Wald unter Einfluss einer natürlichen Droge, als auch märchenhafte Szenen überzeugen.

Ich hatte epischen Film erwartet, der mehr bietet, als die Geschichte von Schneewitchen und den sieben Zwergen und wurde leider enttäuscht, denn im Prinzip wurde dieses Märchen nur für Erwachsene verfilmt. Ansätze gibt es genug, aber das Endprodukt bleibt hinter den Erwartungen zurück. Auf große Schlachten wartet man vergeblich, dafür hat man Gott sei Dank auf eine vordergründige Liebesgeschichte verzichtet.

Fazit: Mit weniger Erwartungen bekommt man Action und einen fantasievollen Roadtrip durch einen Wald geliefert, die unterhalten, mehr allerdings auch nicht.

Film: In meinem Himmel

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Originaltitel: The Lovely Bones
Regisseur: Peter Jackson
Datum: 2009
Länge: 135 Minuten
Schauspieler: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Stanley Tucci
Buch: The Lovely Bones (In meinem Himmel)

Inhalt: Auf dem Heimweg von der Schule trifft Susie Salmon auf Mr. Harvey aus der Nachbarschaft, der sie in einen unterirdischen Bunker führt. Dort verbringt sie die letzten Augenblicke ihres Lebens, das von Mr. Harvey grausam beendet wird. Susie erwacht in einer Zwischenwelt und beobachtet von dort ihre Familie, die an der Suche nach der Wahrheit über ihre Tochter zu verzweifeln scheint.

Meine Meinung: Susie, wunderbar gespielt von Ronan, ist gerade 14 Jahre alt, ein Inbegriff von Unschuld und nachdem man zu Beginn in ihr Leben eintaucht, ist ihr Tod ein brutaler Einschnitt. Es wird nicht an Blut gespart und gewaltätigen Bildern im Kopf des Zuschauers.
Danach spaltet sich der Film in zwei verschiedene Orte mit unterschiedlichen Personen.  Zum einen landet Susie in einer faszinierenden Zwischenwelt, die mit bunten Farben und fantasievollen Landschaften einen starken Kontrast bildet zu der traurigen Realität, in der die Salmons nach der Tragödie leben. Ungewissheit, Hoffnung, Leid, Trauer, Zweifel.  Sehr authetisch zeigen Weisz und Wahlberg als Eltern die chaotische Gefühlswelt. Leider wird Susies Mutter zu einer Randfigur und ihre Motive nur sehr nebensächlich behandelt. Stattdessen gleitet der Film in eine One Man-Show von Wahlberg ab, bei der schließlich sogar Susie zu kurz kommt. Er hat zwar auch im Buch eine größere Rolle, aber in der Verfilmung rückt er viel zu sehr in den Mittelpunkt und sein Charakter wird zunehmend unsympatischer.

Verdrängt werden zudem die Personen Ruth und Ray, die in Sebolds Roman noch tragende Rollen spielen und Susies Figur eine Verbindung zwischen Himmel und Erde geben. Natürlich wird die junge Liebe zu Ray aufgegriffen, aber sie ist weniger verständlich und über den Tod hinausgehend. Besonders leid tut es mir um Ruth, die Susie eigentlich nur einmal getroffen hat, aber augenblicklich eine Verbindung zu ihr herstellt und auch nach dem Verschwinden des Mädchens auf dessen Spuren wandelt, aber ihr Außenseitercharakter und insbesondere ihre Eigenschaften und Vorlieben kommen höchstens am Rand vor.

Ein großes Kompliment geht dagegen an Stanley Tucci als Mr. Harvey, der seinen Part als skrupelloser Mörder sehr eindrucksvoll spielt und jeden Charakter auf eine andere Art heimsucht und die ganze Zeit präsent ist. Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass Jackson absichtlich die beiden beeindruckendsten Teile dieser Verfilmung in dem stärksten Kontrast hat zeigen lassen: auf der einen Seite die farbenfrohe Welt Susies und auf der anderen ein allgegenwärtiger Psychopath.

Fazit: „In meinem Himmel“ hat sowohl auch Höhen als auch Tiefen, besonders im Vergleich mit der Vorlage und ich würde den Film nur denjenigen empfehlen, die Alice Sebolds Werk noch nicht gelesen haben.

Film: Die Tribute von Panem

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Inhalt: Im zukünftigen Amerika ist das Land in 12 Distrikte unterteilt, die von dem Kapitol beherrscht werden. Zur Erinnerung an die Aufstände vor fast 75 Jahren, bei dem Distrikt 13 dem Erdboben gleichgemacht wurde, werden jedes Jahr die sogenannten Hungerspiele veranstaltet. Aus jedem Distrikt werden je ein Junge und ein Mädchen ausgewählt, die allesamt in einer Arena Teil eines Kampfes auf Leben und Tod werden. Und es kann nur einen Sieger geben. Als Katniss‘ kleine Schwester Prim ausgewählt wird, meldet sie sich freiwillig…

Meine Meinung: Einen Leser der Bücher erwartet im Film nichts Neues, man hat sich erstaunlich nah an der Vorlage orientiert, wenn auch einiges gekürzt wurde. Wie im Buch wird fast die Hälfte des Filmes mit den Ereignissen vor den Hungerspielen gefüllt. Katniss verbotene Streifzüge außerhalb des Geländes, ihre Freundschaft zu Gale werden zwar dargestellt und der Tod des Vaters sind Teil der Handlung, werden aber nur nebensächlich erwähnt und nicht so sehr ausgebaut, wie im Buch. Stattdessen wird in Prim die Angst vor dem Schicksal der Tibute sehr stark verkörpert.
Der Auftritt der Effie Trinket macht den Unterschied zwischen dem grauen und armen Distrikt und dem bunten und fröhlichen Kapitol deutlich, wo Geschmacksverirrung anscheinend eine ansteckende Krankheit ist. Ihre Kostüme, genauso wie die ihrer Mitbewohner, sind meiner Meinung nach unbeschreiblich, wohl am ehsten mit einem Kanarienvogel vergleichbar. Leider bleibt aber genau diese Effie Trinket sehr blass. Dagegen wirkt der Alkoholiker und Mentor der Tribute aus Distrikt 12, Haymitch, etwas presenter; mal kann man ihn nur hassen, mal würde man ihm zu Füßen liegen. Am sympatischsten wirkt allerdings Cinna, Katniss‘ Stylist, der nur durch goldenen Lidschatten seine Zugehörigkeit zum Kapitol deutlich macht.
Der zweite Tribut, Peeta, wurde leider vollkommen fehlbesetzt. Von Anfang an macht er den Eindruck eines kleinen verschreckten Kindes, was in Anbetracht seiner Situation durchaus angemessen ist. Allerdings verschwindet dieser Eindruck nicht mehr und Szenen, in denen er ernst und erwachsenen wirken soll, verlieren jegliche Wirkung. Während Katniss besonders gut mit dem Bogen umgehen kann, ist Peetas Stärke tatsächlich seine Stärke, was man in Anbetracht seines Aussehen ihm nicht abnehmen kann.

Die zweite Hälfte spielt sich nicht ausschließlich in der Arena ab. Ab und an wird zum Beispiel Haymitch, der Mentor der Tribute aus Distrikt 12, gezeigt oder aber auch ihre Heimat und die Reaktion der Zuschauer, einmal auch Katniss‘ Familie, die sehr verhalten und gleichgültig wirkt. Das sorgt für Abwechslung, unterbricht aber auch die Atmosphäre, die die Arena schafft: ein normaler Wald, der nichts Außergewöhnliches zu bieten und trotzdem immer einen bedrohlichen Unterton hat. Das einzige, was ich daran auszusetzen habe, war das sogenannte „Füllhorn“ am Startpunkt, dass eher moderne Kunst verkörpert, als den Mittelpunkt eines tödlichen Kampfes auszumachen.

Der Film ist freigegeben ab 12 und mit Erwachsenen ist es sogar möglich, sechs Jahre alten Kindern den Film zu zeigen. Die Protagonisten sind zwar Jugendliche, teilweise Kinder, aber die Gewalt in die man sie hineinzwingt, dürften sie eigentlich nicht mitbekommen. Die Produzenten haben nicht auf den Einsatz von reichlich Blut und dem Darstellen des Mordes von Kindern an Kindern verzichtet. Gewalt zieht auch immer Trauer mit sich, was Katniss zu spüren bekommt. Weiteres zentrales Thema wird die Liebesgeschichte der Protagonisten, die relativ verhalten eingesetzt wird, sodass es nicht überzogen wirkt, was zu der Geschichte passt.

Ein großes Manko des Filmes ist die Kameraführung. Fast alles ist etwas verwackelt, zu den Szenen im Wald, die oftmals eine Verfolgungsjagd zeigen, passt es. Aber es stört auf die Dauer sehr, besonders Kampfszenen stellen nur noch ein Gewirr aus Menschen dar, ohne, dass man Einzelheiten erkennen könnte.

Fazit: Insgesamt gefällt mir der Film, auch wenn es das ein oder andere zu bemängeln gibt, wobei besonders die Darstellung von Peeta ins Gewicht fällt. Ich würde allerdings empfehlen, zuerst das Buch zu lesen, damit man die Handlung vollständig versteht.