Verfasst von: Seta Dianne | 01/06/2012

Neu: Ready Player One

Ich habe so gute Rezensionen zu dem Buch gelesen, dass ich auf “Blogg dein Buch” die Finger nicht davon lassen konnte. Heute kam dann ein riesen Päckchen an, in die bestimmt zehn Bücher gepasst hätte. Keine Ahnung, ob dem Verlag das Verpackungsmaterial für Bücher ausgegangen ist. Aber sie haben mir zusätzlich auch noch ein Plakat zu dem Buch geschickt. Vielleicht findet es hier noch irgendwo ein Plätzchen an der Wand.

Ernest Cline – Ready Player One

Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Und so flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, doch er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem unvorhersehbaren Ende spielt…

Verfasst von: Seta Dianne | 31/05/2012

Klick!

Originaltitel: Click

Autoren: Doyle, Maguire, Lanagan, Hornby, Ellis, Park, Colfer, Wynne-Jones, Ozeki, Almond

Verlag: DTV
ISBN: 978-3423624671

Extra: Leseprobe

Inhalt: Grandpa Gees Tod ist für die kleine Maggie wie ein Weltuntergang, denn die vielen Geschichten des bekannten Fotographen hat sie über alles geliebt. Doch Gee hinterlässt seiner Enkelin eine Aufgabe: Ein Kästchen mit Muscheln, die alle ihren Weg zurück ins Meer finden müssen. Aber Maggie ist nicht die einzige, an die Gee gedacht hat. Auch ihr Bruder Jason bekommt einen Teil von dem riesigen Vermächtnis seines Großvaters, das auf dem ganzen Erdball verteilt ist…

Meine Meinung: Getreu dem Spruch “Viele Köche verderben den Brei“, habe ich mich skeptisch an dem Buch versucht, in dem zehn mehr oder weniger bekannte Autoren eine gemeinsame Geschichte erzählen wollen. Ich hatte zugegeben Startschwierigkeiten, denn meine Erwartungen lagen eben bei dieser einen Geschichte, allerdings ist “Klick!” viel mehr eine Sammlung von Geschichten, in denen immer Gee oder Maggie oder andere Mitglieder der Familie Keane auftreten, nicht aber zwingend die Hauptrolle übernehmen.
Jeder Autor erzählt aus der Sicht eines meist jungen Menschen dessen Geschichte, die nicht selten durch Gee eine neue Wendung bekommt. Das Spektrum der Protagonisten reicht von einem Gefängnisinsassen, über ein unter Schock stehendes Mädchen, bis zu einer Frau, die ihr Leben Revue passieren lässt. Und so wechseln auch Zeiten und Orte von Japan direkt nach dem zweiten Weltkrieg, über einen Boxkampf Muhammad Alis 1972 in Dublin und ein Anwesen im heutigen Frankreich, bis hin zu einem Australien der Zukunft.
Als Leser dauert es so eine Weile, sich in die jeweils neue Situation hineinzufinden, aber die Zeit- und Weltreisen machen gleichzeitig eine gewisse Faszination aus.

Thematisch haben alle den Aspekt der Fotographie verarbeitet gemäß dem Buchtitel, wobei es manchmal um das Wesen der Fotographie selbst, und manchmal um die Geschichte hinter dem Bild geht. Diese Geschichten sind manchmal etwas magisch, mal traurig, mal erzählen sie von Wut und Angst, mal thematisieren sie Freundschaft. Obwohl sie sehr weit auseinander gehen, sind es für die betroffenen Menschen unvergessliche Erinnerungen und Eindrücke, die ihr Leben prägen und in denen sich interessante Weisheiten auch für den Leser verstecken können.
Nicht gefallen hat mir die Fülle der Geschichten, denn mit jedem Protagonisten hätte man ein ganzes Buch füllen können. Vieles wird angeschnitten, bleibt offen und unbeantwortet, was wahrscheinlich beabsichtigt ist, mir persönlich allerdings nicht zusagt, besonders dann, wenn zum Beispiel die Auflösung eines der größten Geheimnisse Gees mit einem Cliffhanger endet.

Sprachlich merkt man übrigens mal größere mal kleinere Unterschiede zwischen den Autoren und so lassen sich manche Geschichten relativ schnell und leicht lesen, während zwei bis drei den Leser mehr fordern.

Fazit: Ich bin mit “Klick” sehr zufrieden, denn die einzelnen Autoren verstehen etwas auf ihrem Gebiet und haben einige wundervolle Geschichten erschaffen, auch wenn sie etwas zu kurz ausgefallen sind.

Verfasst von: Seta Dianne | 16/05/2012

Yves Grevet – MÉTO: Das Haus


Originaltitel:
La Maison
Reihe: Méto

Autor: Yves Grevet

Verlag: Dtv
ISBN: 978-3423625142

Extra: Trailer, Leseprobe

Inhalt: Irgendwann ist Méto in das Haus auf der Insel gekommen und in wenigen Monaten wird er es verlassen müssen. Doch weder weiß er, woher er kommt, noch wohin er gehen wird. Das zählt im Haus nicht. Hier gelten strenge Regeln, ein geregelter Tagesablauf und harte Strafen. Aber Méto wünscht sich etwas, was er dort niemals bekommen kann: Antworten…

Meine Meinung:
Méto ist ein Roter, einer der Ältesten der 64 Jungen, die Tag und Nacht miteinander verbringen. Sie werden ständig von den Cäsaren überwacht, die allesamt fast identisch aussehen und streng gegen jeden Regelverstoß vorgehen. Die Jungen fügen sich, denn sie fürchten die Strafen, besonders den Kühlraum.
Nachdem Quintus verschwunden ist, kommt mit Crassus ein neuer Hellblauer in das Haus und Méto muss ihn einen Monat einführen. Schnell bekommt man einen Überblick seltsame Essvorschriften, Unterrichtsinhalte und sportliche Aktivitäten, deren Sinn von Méto an einigen Stellen in Frage gestellt werden. Er lässt sich nicht so schnell von den Cäsaren abwimmeln und setzt sich für andere ein, auch wenn er von Crassus und dessen rätselhaften Träumen nicht begeistert ist. Trotzdem fügt er sich in den Alltag und versucht, sich vorbildlich zu verhalten.

Das Buch thematisiert Freundschaften und eine scheinbar heile Welt, denn alles im Leben der Jungen ist geplant und organisiert. Sie bekommen genügend Essen, müssen keine Hausarbeit erledigen und so leben sie in einem erzwungenem Frieden. Der Ausgleich dafür ist umso brutaler: Die Jungen spielen mit Leidenschaft “Inch”, ein Spiel, das sie nur durch Gewalt und Strategie gewinnen können. Und so bleibt es nicht bei blauen Flecken und Kratzspuren. Es gibt auch Todesopfer, aber es scheint für niemanden ein Grund, dem Spiel fernzubleiben.
Trotz ausführlicher Beschreibung habe ich persönlich nicht genau verstanden, wie es zu den zahlreichen Verletzungen trotz intensivem Körpereinsatz kommt. An mehreren Stellen im Buch ist etwas nicht nachvollziehbar. Dazu wird etwas Potential verspielt, weil einiges aus dem merkwürdigen Leben Métos nur erwähnt, nicht aber aufgegriffen wird.

Sprachlich gesehen hält sich das Buch auf niedrigem Niveau, denn die Geschichte wird von dem Protagonisten selbst in der Gegenwart erzählt. Da seine Erinnerungen nur bis zur Ankunft im Haus reichen und in der Schulzeit nur wenig unterrichtet wird, hält sich sein Wortschatz in Grenzen. So kommt es zu Situationen, die dem Leser unbegreiflich erscheinen, aber für Méto, der niemanden außer den anderen Jungen und den Cäsaren zu Gesicht bekommt, vollkommen nachvollziehbar sind:

Er spricht von einem Gegenstand, den er “Mama” nennt. Er weiß zwar nicht mehr genau, wie dieser Gegenstand aussieht. Aber das Wort kann er nicht vergessen. Er ist sich sicher, dass zwischen dem Wort und dem Augenblick des Zubettgehens eine Verbindung und dass der Gegenstand warm und weich ist. Er glaubt, “Mama” sei vielleicht eine andere Bezeichnung für ein Kissen oder eine Decke. (S. 81-82)

Solche Abschnitte rufen eine Unverständlichkeit hervor und die Frage, was mit diesen Kindern geschehen ist. Es gibt im Verlauf der Geschichte beschriebene Szenarien, die den Leser Vermutungen anstellen lassen, die für Méto aber noch nicht greifbar sind. So bleibt man in Ungewissheit über das Leben der Jungen bis auf den Zeitraum, in dem sie sich im Haus wiederfinden. Mit Méto zusammen wünscht sich der Leser eine Menge Antworten. Wer ist zum Beispiel Romu, der Junge aus dem Kühlraum? Wieso tragen alle antike römische Namen? Was befindet sich außerhalb des Hauses und jenseits der Insel?

So endet das erste Buch der Trilogie um den Jungen Méto mit einem bösen Cliffhanger, obwohl man das Gefühl hat, die Geschichte habe gerade erst bekommen. Tatsächlich ist die erste Hälfte fast ausschließlich eine Beschreibung der Eigenarten des Hauses und richtig spannend im Sinne von Action wird erst das letzte Drittel. Dennoch wirkt es faszinierend und liest sich flüssig und schnell.

Fazit: Trotz einiger Schwächen ist es ein gelungener Auftakt, denn für Band 2 ist ausreichend Potential und “Das Haus” gibt beste Vorraussetzungen für mehr Spannung in “Die Insel”. Dank weniger brutaler Szenen ist das Buch eher als Jugendbuch zu bezeichnen und nicht für jüngere Kinder geeignet.

Originaltitel: Juniper Berry – A Tale of Terror and Temptation
Deutscher Titel: Juniper Berry

Autor: M. P. Kozlowsky

Verlag: Walden Pond Press
ISBN: 9780061998706

Extra: Trailer, dt. Leseprobe

Inhalt: Die Berrys sind die wohl besten und bekanntesten Schauspieler der Welt. Das weiß auch ihre Tochter Juniper, die selbst später Drehbuchautorin werden möchte. Doch Junipers Leben steht auf dem Kopf, seit sie in das neue Haus gezogen sind: Ihre Eltern sind vollkommen verändert, haben nur noch ihren Erfolg im Kopf und beachten das Mädchen nicht mehr. Juniper fühlt sich allein gelassen und beschließt, der Sache auf den Grund gehen…

Meine Meinung: Juniper Berry ist elf Jahre alt und verbringt ihre Zeit damit, die Welt zu entdecken. Sie beobachtet die kleinsten Dinge und unternimmt mit ihrer Hündin Kitty Ausflüge in den Wald. Sie träumt davon, Drehbücher für ihre berühmten Eltern zu schreiben und selbst dafür bekannt zu werden. Doch sie lebt in dem großen Anwesen der Eltern sehr abgeschieden, wird zu Hause unterrichtet und hat keine Freunde, obwohl es ihr nicht an Selbstbewusstsein und Offenheit mangelt. Und so freundet sie sich auch gleich mit Giles an, dem sie zufällig im Wald begegnet, dessen Eltern sich ebenfalls seltsam benehmen und dem es an Durchsetzungskraft fehlt. Deshalb wird er bereits in seinem Alter von anderen Kindern gemobbt.

Für diese Thematik des Berühmtsein und der folgenden Vernachlässigung des Privatlebens hätte es leicht eine rationale Erklärung geben können. Stattdessen wird die Geschichte magisch verpackt und doch steckt am Ende etwas wie eine vernünftige Erklärung darin. Tatsächlich regt das Buch zum nachdenken an, auch wenn es eigentlich ein Kinderbuch ist. So ist Juniper auf der Suche nach der Wahrheit im Leben mit ihren elf Jahren und bekommt Antworten, die man nicht immer erwartet.

The only truth is the one we create. It’s the rest that is the dream. You can break everything down, analyze it all you want, inspect, investigate; it doesn’t matter [...] The facts are fiction, the truth is fantasy. (p. 128 )

Gleichzeitig muss sich der Leser auch selbst fragen, wie bereits Juniper Berrys Eltern und die beiden Kinder, welches seine innersten Wünsche sind und was man dafür aufgeben würde. Man gerät mit der Protagonistin selbst in Versuchung und fragt sich, mit welcher Stärke man selbst regieren würde, wenn die Erfüllung der größten Ziele nur einen Atemhauch entfernt ist.

There will always be temptation, wherever we go in life, with whatever we do. There will always be an easier way out. But there’s nothing to gain from that. We have to overcome such urges, we have to bw stronger.
(p. 226)

So ist dieses Buch zum einen ein modernes Märchen, dass zwischen Computerprogrammen, Mobbing-Problemen und magischen Orten springt und damit ein schönes Kinderbuch bildet. Passend dazu gibt es einige Bilder, die altersgerecht im Stil des Covers das Leseerlebnis für Jüngere noch ansprechender machen. Gleichzeitig steckt für Ältere viel mehr Gedankengut in dem Buch, als man vermuten mag.

Fazit: Das Buch hat mich positiv überrascht, denn ich hatte ein niedliches Kinderbuch erwartet, das es durchaus sein kann, und wurde einer tieferen Geschichte konfrontiert, als ich erwartet hatte.

Verfasst von: Seta Dianne | 07/05/2012

J. R. R. Tolkien – Die zwei Türme


Originaltitel:
The Two Towers

Autor: John Ronald Reuel Tolkien

Verlag: Klett-Cotta

Inhalt: An den Ufern der Rauros-Fälle wird die Gemeinschaft von einer Gruppe Orks angegriffen. Frodo, der Ringträger, spürt eine Gefahr von innen und verlässt die anderen zusammen mit Sam. Merry und Pippin werden zur selben Zeit von den Orks gefangen genommen und verschleppt. Aragorn, Isildurs Erbe, zögert nicht lange und nimmt mit dem Elben Legolas und dem Zwerg Gimli die Verfolgung auf.

Meine Meinung: “Die zwei Türme” umfasst Buch 3 und 4 der “Der Herr der Ringe”-Reihe. Im dritten Buch verfolgt man zu Beginn Aragorns Jagd auf die Orks und Merry und Pippins Zeit in Gefangenschaft. Aber ganz im Sinne tolkienscher Erzählkunst dreht und wendet sich die Geschichte: Neue Wesen, andere Völker und fremde Orte bestimmen den Lauf der Dinge und wissen, zu überraschen. Man begibt sie als Leser von der Idylle des Fangorn-Waldes über einen blutigen Krieg bis hin zu einem der beiden namensgebenden Türme.

Buch vier begleitet Frodo und Sam, die auf sich allein gestellt ohne fremde Hilfe den Weg nach Mordor finden müssen. Zumindest bis ihnen das Geschöpf Gollum, an das Schicksal des Ringes gebunden, ihren Weg kräuzt. Misstrauen bestimmt das Verhältnis zu den Hobbits und die öde und karge Landschaft gibt der Geschichte eine düstere Stimmung je weiter sie sich dem Gebiet Saurons nähern.

Bei Tolkien weiß man nie, wo man auf der nächsten Seite landet. Naturgeprägte und detailliert beschriebene Orte, die auch als Längen angesehen werden könnten, prägen die Reisen und mit ihnen auch einzigartige Wesen und Menschen, die die Fantasie des Lesers immer wieder neu beleben. Faszinierend wirkt dabei die Komplexität und Größe der Geschichte, die sich über einen ganzen fiktiven Kontinent erstreckt.
Aber auch sprachlich ist dieses Werk gelungen und thematisch legt der Autor eine ganze Bandbreite vor: Neben dem Konflikt zwischen Gut und Böse, stehen Krieg, Verrat und Freundschaft im Vordergrund und eine ganze Menge mehr wird beleuchtet.

Zum Film: Ich kann es an dieser Stelle nicht unterlassen, kurz auf die Verfilmung einzugehen, die ich inzwischen fast auswendig kenne und die ich mir leider vor dem Buch zur Gemüte geführt habe. Peter Jacksons Werk ist eine grandiose Verfilmung und fällt für viele das Buch etwas ab, wenn sie es erst nach dem Film zur Hand nehmen. Ich war natürlich auch vorbelastet, aber man merkt beim Lesen, dass einiges verändert wurde. Mal sind es Kleinigkeiten, mal ist es etwas Größeres, allerdings lassen sich in meinen Augen dadurch Buch und Film als verschiedene Werke betrachten, die beide Vor- und Nachteile besitzen.

Fazit: Dieses Buch ist ein gelungener Mittelteil einer grandiosen Trilogie, die auch nach dem Film noch zur Hand genommen werden sollte. Meiner Meinung hat Tolkien hier Fantasy geschaffen, die heute kaum noch ein Buch erreichen kann.

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